16. April 2015

Kürzere Wege in unserer Region - Finanzierungsvereinbarung für die Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken auf den Weg bringen


Gemeinsamer Antrag der DIE LINKE.-Landtagsfraktion und der PIRATEN-Landtagsfraktion

Innerhalb von historischen Verkehrswerknetzen gibt es immer wieder Lücken. Durch das geschickte Schließen solcher Lücken kann die Gesamtleistung des Netzwerkes zu vertretbaren Kosten enorm gesteigert werden. Eine solche Chance ergibt sich bei einer Bahnverbindung zwischen Homburg und Zweibrücken. Das von den Landesregierungen Saarland und Rheinland-Pfalz in Auftrag gegebene Gutachten zur Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken hat ergeben, dass sich der Ausbau lohnen würde. Damit sind die geforderten wirtschaftlichen Grundlagen zur Wiederinbetriebnahme der o.g. Bahnstrecke erbracht wurden. Wie der Abschlussbericht der „Nutzen-Kosten-Untersuchung einer S-Bahn-Verlängerung von Homburg nach Zweibrücken“ (März 2015) belegt, würden neben der westpfälzischen Stadt Zweibrücken auch das attraktive Tourismusgebiet Bliesgau an das S-Bahnnetz Rhein-Neckar durch die neuen Haltepunkte Beeden, Schwarzenbach, Schwarzenacker angeschlossen werden.

Die bestehende Buslinie R 7 erhält eine neue Linienführung, die einer kürzeren, umsteigefreien Erreichbarkeit der Uni-Kliniken aus der Richtung Schwarzenbach, Schwarzenacker, Einöd, Ernstweiler und Zweibrücken erlaubt.

Der Verbandsvorsteher der SPNV-Süd, Winfried Hirschberger, mahnte aber mit dem Verweis auf die möglicherweise bald versiegende Bundeshilfe zur Eile. Er appellierte an die Landesregierungen in Mainz und Saarbrücken, sowie an den Zweckverband Verkehrsbund Rhein-Neckar (VRN), eine Finanzierungsvereinbarung auf den Weg zu bringen. Denn das Bundesprogramm für diesbezügliche Großprojekte würde 2019 auslaufen und ein Nachfolgeprogramm steht noch in den Sternen.

Der Landtag wolle beschließen:

Die Reaktivierung der Bahnverbindung zwischen Homburg und Zweibrücken dient nicht nur der rheinland-pfälzischen Stadt Zweibrücken, sondern nutzt auch direkt dem Saarland. Neben der besseren Erreichbarkeit von Hochschule und Industriebetrieben in Zweibrücken für aus Homburg kom mende Fahrgäste, erschließt die neue Verbindung umgekehrt auch das Biosphären Biosphären -Reservat Bliesgau als von der UNESCO anerkannte „Modellregion für nachhaltige Entwicklung“. Diese Diese Bahnverbindung wird damit Träger und Erschließungsfaktor einer naturnahen Tourismusentwicklung im Bliesgau. Sie trägt somit zu einer erheblichen Wertschöpfung der Region bei.

Der Landtag des Saarlandes fordert die Landesregierung auf

aufgrund des 2019 auslaufenden Bundesprogramms für Großprojekte bis spätestens 2016 eine Finanzierungsvereinbarung mit der Landesregierung in Rheinland-Pfalz sowie den beteiligten Zweckverbänden SPNV-Süd und VRN abzuschließen.