11. Januar 2018

Gedenken an die saarländischen Politiker und Politikerinnen, die im W i derstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren oder seine Opfer wurden

Gemeinsamer Antrag der DIE LINKE.-Landtagsfraktion, von der CDU-Landtagsfraktion und
der SPD-Landtagsfraktion

Der Landtag wolle beschließen:

Der Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime hatte viele Gesichter. Er reichte von passiver Resistenz und non-konformem Verhalten bis zu Emigration. Widerstandskämpfer unterschiedlichster Herkunft, weltanschaulicher Prägung und Motivation gingen im gesamten Herrschaftsbereich des Nationalsozialismus gegen das Regime vor. So auch im Saarland.

Nachdem sich der Landtag des Saarlandes in der vorausgegangenen Legislaturperiode auf verschiedene Weise mit der NS-Vergangenheit saarländischer Abgeordneter befasst hat und diese auch Gegenstand verschiedener Studien war, ist es an der Zeit, auch die Geschichte der saarländischen Politikerinnen und Politikern aufzuarbeiten, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren oder Opfer der nationalsozialistischen Barbarei wurden. Diesen Menschen ein würdiges Andenken zu bewahren und ein solch prägendes Kapitel der saarländischen Geschichte darzustellen, will sich der Landtag des Saarlandes zur Aufgabe machen.

Denn ein zwingender Teil der Geschichte muss auch die Auseinandersetzung mit denen sein, die sich nicht schuldig gemacht haben, die für ihren Einsatz und ihre Taten verfolgt wurden und nach dem Krieg aktiv in der saarländischen Politik tätig waren.

Obwohl es keine breite und einheitliche Widerstandsbewegung gegeben hat, haben immer wieder Frauen und Männer aus den verschiedensten weltanschaulichen und politischen Richtungen wie auch aus der Mitte der Gesellschaft Widerstand gegen die Gewalttätigkeiten des Regimes geleistet. Viele dieser Widerständler prägten später die Aufbauzeit des Saarlandes, andere konnten dies nicht mehr, da sie für ihr Engagement mit dem Leben zahlten. Im Saarland waren es unter anderem Willi Graf, Max Braun, Richard Kirn, Luise Herrmann-Ries, Maria Juchacz, und der erste Ministerpräsident des Saarlandes Johannes Hoffmann, die dem NS-Regime die Stirn geboten haben.

Die Geschichte derjenigen Saarländerinnen und Saarländer, die sich der Tyrannei der Nationalsozialisten aktiv entgegengestellt haben und die für ihren Kampf verfolgt wurden, soll gebührend gewürdigt werden. Dazu sucht das Präsidium des Landtages unter Zuhilfenahme der Landeszentrale für politische Bildung nach geeigneten Möglichkeiten, um das Engagement der saarländischen Politikerinnen und Politiker, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren oder seine Opfer wurden, angemessen darzustellen und zu ehren.