23. Dezember 2009

Sechsjährige Primarstufe sinnvoller als Jamaika-Mogelpackung

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin, Barbara Spaniol, kritisiert die Grundschulpläne der Jamaika-Koalition: „Ein verschultes letztes Kindergartenjahr und das Anhängen eines fünften Grundschuljahres machen noch längst kein längeres gemeinsames Lernen aus. Das ist aus pädagogischer Sicht eher eine Mogelpackung.“

Vielmehr mache eine sechsjährige Primarstufe für alle Sinn. Spaniol sagte dazu: „Eine zu kurze gemeinsame Grundschulzeit ist mit Leistungsdruck verbunden, der die grundlegende eigenständige pädagogische Arbeit der Grundschule oft schon von Anfang an gefährdet. Nach der sechsten Klasse können Kinder schon sehr viel mehr über ihren schulischen Bildungsweg mit entscheiden und das soziale Lernen kommt nicht mehr zu kurz.“ 

Darüber hinaus habe eine neue Umfrage des Bamberger Centrums für empirische Studien (Baces) im Auftrag des Handelsblatts ergeben, dass jeder zweite die sechsjährige Grundschule will. „Das zeigt deutlich, dass die Akzeptanz für sechs Jahre Grundschule bundesweit steigt. Hier sollte auch das Saarland Flagge zeigen statt halbherzig ein bisschen Grundschule zu verlängern. Damit längeres gemeinsames Lernen zum Bildungserfolg führt, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen: dazu gehören die Umsetzung der Kleineren-Klassen-Garantie in echten Ganztagsschulen genauso wie die Erhöhung der Zahl der Lehrkräfte“, so Barbara Spaniol abschließend.