22. April 2010

Teures Ausleihsystem nicht auf Kosten von Lehrern finanzieren

Die bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Saar-Landtag, Barbara Spaniol, übt massive Kritik an der Streichung von zehn Grundschullehrerstellen, die heute in einer Ergänzung zum Landeshaushalt vorgelegt wurde. Damit sollen die hohen Schulbuchgebühren aufgefangen werden.

„Hier werden durch die Hintertür einfach Lehrerstellen gestrichen, um die gescheiterte Schulbuchausleihe mit ihren steigenden Gebühren finanzieren zu können“, sagt Spaniol, „Das ist ein unerträglicher Wortbruch der Koalition und zeigt die ganze Hilflosigkeit des grünen Bildungsministers Kessler.“

In keiner Schulform sei eine Streichung von Lehrerstellen zu verantworten. Das habe Klaus Kessler immer propagiert und sei jetzt kläglich eingeknickt. „Gerade im Grundschulbereich steigt die befristete Beschäftigung an, es gibt kaum Perspektiven für Nachwuchskräfte und keine zusätzlichen Stellen zur Umsetzung von kleineren Klassen. Wir brauchen mehr Stellen statt weniger“, so Spaniol.

Die Entlastung der Familien habe im Vordergrund zu stehen. „Es ist Aufgabe des Landes, für eine nachhaltige Finanzierung von Lernmitteln zu sorgen – aber nicht auf Kosten von dringend notwendigen Lehrerstellen  und damit auf dem Rücken von Grundschulkindern.  Dieser bildungspolitische Sündenfall ist ein unsäglicher Vorgang“, so Barbara Spaniol abschließend.