27. Januar 2010

Komasaufen: Mehr Präventions – statt Verbotskultur

Nach dem heutigen, auf Initiative der Linksfraktion im Landtagsausschuss beantragten Bericht der Landesregierung zum erneuten Anstieg der Fälle von „Komasaufen“ kommentiert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin, Barbara Spaniol: „Die Steigerung der Fallzahlen ist  dramatisch. Besonders betroffen sind Kinder von zehn bis 15 Jahren, der Anstieg gerade bei den Mädchen ist enorm. Wir sollten daher lieber eine neue altersgerechte Präventionskultur als ein Verbotsklima fördern.“

Dazu gehörten nach Spaniols Meinung die Schwerpunkte Schule, Sport und Aufklärung. „Wir brauchen eine Gesamtstrategie. Deshalb plädieren für einen jugendgerechten Mix aus Information mit drastischen Aufklärungskampagnen, kombiniert mit Erlebnispädagogik und gezielten Sportprojekten vor allem an Schulen in Verbindung mit jugendärztlicher Betreuung.“ Auch fordert Spaniol stärkere Sensibilität von Veranstaltern großer Brauereifeste und Faschingsveranstaltungen ein. Die Präsenz von Suchtberatungsstellen und stärkere Kontrollen betreffend den Alkoholausschank an Jugendliche seien dort unumgänglich.

„Oft fehlt den Jugendlichen auch das Bewusstsein, dass übermäßiger Alkoholkonsum krank macht. Auch hier muss umgesteuert werden. Kommunen, Ärzte und Krankenkassen müssen daher noch enger zusammenarbeiten“, so die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Astrid Schramm.

Alkoholmissbrauch dürfe nicht bagatellisiert werden. Sogenanntes Komasaufen von Kindern und Jugendlichen sei neben einem Gruppendruck auch Ausdruck von Schulstress und Perspektivlosigkeit. „Hier gilt es, die Ursachen zu bekämpfen statt nur Symptome zu kurieren“, so die Abgeordneten abschließend.