29. Januar 2010

Spaniol: Spitzenplatz bei Nachhilfe ist Armutszeugnis für saarländisches Bildungssystem – Bericht der Landesregierung gefordert

„Das öffentliche Schulsystem ist immer weniger in der Lage, Kinder mit Lerndefiziten gezielt zu fördern. Immer mehr werden so in die private Nachhilfe gedrängt, immer weniger können sich dies leisten.“ Mit diesen Worten reagiert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der LINKEN im saarländischen Landtag, Barbara Spaniol, auf die neue Bertelsmann-Studie. Dort erzielt das Saarland einen traurigen Spitzenplatz bei privater Nachhilfe. „Kinder aus einkommensschwachen Verhältnissen fallen damit durch das bildungspolitische Netz“, sagt Spaniol. „Bildung ist aber keine Ware, die sich Eltern für ihre Kinder kaufen müssen, sondern Bildung ist öffentliche Aufgabe.“

Das gescheiterte G8-Experiment mit fehlenden Möglichkeiten des vertieften Übens und Wiederholens habe diese Entwicklung verschärft. Hinzu komme, dass die Zahl der privaten Nachhilfeanbieter in den letzten Jahren im Saarland kontinuierlich angestiegen ist. „Auf fast jede weiterführende Schule kommt ein Nachhilfeinstitut. Diesem Trend muss dringend entgegengewirkt werden, durch die Einrichtung von verbindlichem Förderunterricht, dem Ausbau echter Ganztagsschulen und einer ernsthaften Konzeption für Schule ohne Sitzenbleiben. Für bessere Leistungen und Schulabschlüsse, unabhängig von der sozialen Herkunft“, so Spaniol. DIE LINKE hat deshalb für die nächste Sitzung des Bildungsausschusses einen Bericht der Landesregierung beantragt.