21. Juni 2010

Kein touristisches Konzept, dubioser Hallen-Deal und absolut unüblicher Kredit für den Investor – Gondwana-Vorgänge müssen genau unter die Lupe genommen werden

Die Linksfraktion im saarländischen Landtag fühlt sich in ihrer Kritik an der Finanzierung des Gondwana-Parks nach der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses noch mehr bestätigt. „Heute wurden die Widersprüchlichkeiten rund um das touristische Konzept des Parks, das es ja eigentlich geben soll, ganz deutlich“, sagt Barbara Spaniol, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Vertreterin der Linksfraktion im Untersuchungsausschuss.

„Während Investor Kuhl gegen ein Billighotel und für eine Karawanserei auf dem Gelände ist, hat IKS-Geschäftsführer Therre heute ein Hotel und ein Kinderland ins Gespräch gebracht. Ein gemeinsames Konzept sieht anders aus. Offenbar sind die Beteiligten absolut überfragt, wie der Park touristisch genutzt werden könnte.“

Auch die Tatsache, dass das Land dem Gondwana-Investor eine Halle für den symbolischen Betrag von einem Euro abgetreten hat, erscheine immer dubioser. „Wir haben uns heute vor Ort ein Bild von der Halle gemacht“, erklärt Spaniol. „Dabei wurde klar: Es handelt sich dabei mitnichten um ein abrissreifes Gebäude sondern um einen hochwertigen Standort von respektablem Wert. Und der Investor hat diese Halle sofort zum Nulltarif bekommen, ohne Investition.“

Auch im Fall des Zwischenkredits in Höhe von rund acht Millionen Euro, den die landeseigene IKS dem Gondwana-Investor gewährt hat, habe sich heute die Kritik des Rechnungshofes bestätigt. „Der IKS-Geschäftsführer Therre musste zugeben, dass solche Darlehen durch eine Landesgesellschaft absolut unüblich sind“, so Spaniol abschließend. „Heute hat sich erneut gezeigt, dass der Rechnungshof mit seiner Kritik Recht hatte und dass es sich lohnt, die Vorgänge rund um Gondwana ganz genau unter die Lupe zu nehmen.“