Die Linksfraktion im saarländischen Landtag fühlt sich durch die aktuelle Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes bestätigt. Demnach hat im letzten Jahr ein so großer Teil der Studenten im Saarland sein Studium abgebrochen, wie in keinem anderen Bundesland, nicht einmal zwei Drittel schlossen ihr Erststudium erfolgreich ab.
„Diese Zahlen belegen wieder einmal, dass die Landesregierung seit 1999 mit ihrer Bildungspolitik auf dem völlig falschen Weg ist“, sagt Barbara Spaniol, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion.
Dass so viele Studenten im Saarland ihr Studium abbrechen, liege an den schlechten Studienbedingungen und hohen Kosten. Schon im Januar habe die bundesweite HIS-Studie gezeigt, dass 31 Prozent der Abbrecher Überforderung als Grund angeben, also etwa die immer verschulteren Studiengänge. Rund ein Fünftel gibt demnach wegen Problemen mit der Finanzierung des Studiums auf – das heißt auch, dass viele, Uni und Nebenjob nicht mehr vereinbaren können. „Viele müssen nebenher arbeiten, um sich ihr Studium leisten zu können, das wird noch einmal verstärkt durch die jahrelangen unsozialen Studiengebühren. Hier rächt sich die Gebührenpolitik der Landesregierung, denn die treibt junge Menschen aus dem Land und schadet damit auch dem Wissenschaftsstandort Saarland.“
Deshalb sei es ein großer Fehler, wenn die schwarze Ampelkoalition jetzt den Weg für hohe Langzeit- und Zweitstudien-Gebühren frei mache. „Wenn das Studium im Saarland vom Geldbeutel der Eltern abhängt, dann ist das nicht nur ungerecht, es führt auch dazu, dass viele junge Menschen etwa ins gebührenfreie Rheinland-Pfalz abwandern.“ Vor diesem Hintergrund sei es noch unverständlicher, dass die saarländische Landesregierung eine Bafoeg-Erhöhung verhindern will. „Diese Zahlen zeigen doch: Junge Menschen müssen sich ein Studium auch leisten können. Deshalb brauchen wir die völlige Gebührenfreiheit und höhere Bafoeg-Sätze.“ Damit das Saarland für Studenten wieder attraktiver werde, müsse außerdem dringend mehr in Universität und Hochschulen investiert werden.