15. Juni 2011

Gebühren für drittes Kindergartenjahr sind bildungspolitische Rolle rückwärts

Nach der heutigen zweiten Lesung des Kinderbetreuungs- und Bildungsgesetzes im Landtag erklärt die bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Barbara Spaniol:

„Jamaika vollzieht hier eine bildungspolitische Rolle rückwärts zulasten der Familien. Ausgerechnet bei den Kindern soll gespart werden, und deshalb soll das dritte Kindergartenjahr wieder Geld kosten. Familien mit geringerem Einkommen müssen Anträge stellen, damit ihnen die Gebühren erlassen werden – eine sehr bürokratische und oft demütigende Prozedur, die viele Eltern abschrecken wird. Es ist zu befürchten, dass deshalb viele ihre Kinder nur noch halbtags in die Kita schicken. Alles in allem ist es eine völlig falsche Weichenstellung, was Jamaika im Landtag präsentiert hat. Kita und Grundschule besser zu verzahnen ist ja eine gutes Ziel – Gebühren im für das dritte Kindergartenjahr wirken da aber nur kontraproduktiv.

Wichtig wären bessere Rahmenbedingungen für Familien. Das Saarland sollte sich an Beispiel an Bundesländern wie Rheinland-Pfalz oder Berlin nehmen, wo der Besuch der Kitas ab dem zweiten Lebensjahr kostenlos ist. Kein Wunder, dass in Homburg inzwischen viele Familien ihre Kinder in den kostenlosen Kitas im Nachbar-Bundesland anmelden. Gleiche Chancen für alle Kinder, statt Wiedereinführung von Beiträgen müsste die Devise lauten.“