26. September 2011

Schleppende Reaktion der Landesregierung auf Ergebnisse des Stresstestes

"Die Transparenz und die schnellen Informationsflüsse über das AKW Cattenom, die die saarländische Umweltministerin Peter zugesagt hat, sind nicht gegeben.“ Zu diesem Ergebnis kommt die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Dagmar Ensch-Engel, nach der Veranstaltung des internationalen Aktionsbündnisses gegen das AKW Cattenom am Donnerstag. Dabei haben die Teilnehmer nicht nur über die erhöhten Tritiumwerte in der Mosel diskutiert, sondern auch über den derzeitigen Stand der Auswertung des Stresstestes.

"Gestern Abend haben wir erfahren, dass der Beobachter für die Großregion, Herr Majer, und ein Vertreter des Ministeriums bereits am 6. Juli bei einem Besuch über Ergebnisse und Mängel informiert wurden, ohne dass daraufhin beim Betreiber von Cattenom interveniert wurde“, so Ensch-Engel. "Die letzten Störfälle, die uns bekannt wurden, passierten erst eine Woche später und wurden teilweise als Bagatelle abgetan, da ja ‚nur’ einer von vier Kühlkreisläufen ausgefallen ist!“ Für DIE LINKE ist dies ein nicht hinnehmbarer Umgang mit der Problematik um Cattenom.

"Wir wir jetzt auch wissen, erfolgen die Verunreinigungen in der Mosel mit Tritium, C-14 und anderen Spalt- und Aktivierungsprodukten durch die bewusste, gesteuerte Einleitung von belasteten Gewässern von Leckagen.

Die uns bekannten hohen Messwerte stammen aus Koblenz, so dass davon auszugehen ist, dass die Werte im Saarland um ein vielfaches höher sind.

Wir fordern nunmehr von der Landesregierung, den Druck auf den Betreiber von Cattenom zu erhöhen, alle Ergebnisse des Stresstestes und der Messergebnisse in der Mosel schnellstmöglich auszuwerten und öffentlich zu machen. Darüber hinaus müssen auf europäischer Ebene Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in der Großregion eingeleitet werden!“