14. Mai 2012

Astrid Schramm: Praxisgebühr abschaffen

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag des Saarlandes, Astrid Schramm, hat die Forderungen des Bundesversicherungsamtes zurückgewiesen, die Krankenkassen mögen Prämien an ihre Mitglieder ausschütten.

„Wir haben gesehen, wie schnell sich die wirtschaftliche Lage der Kassen ändern kann. Aus schwarzen Zahlen können ganz schnell wieder rote werden. Anstatt jetzt Gelder nach dem Gießkannenprinzip auszuschütten, könnten die Kassen ihre Leistungen individuell für ihre Versicherten ausbauen, wie beispielsweise Zuzahlungen für Brillen, Mehrleistungen bei Haushaltshilfen, erweiterte Versorgungen für psychisch oder an Rheuma erkrankte Menschen oder die Förderung von Prävention, wie z.B. die Untersuchung von Gefäßverengungen, die letztendlich einem Schlaganfall vorbeugen. Diese Entscheidungen sollte jedoch von jeder Kasse selber getroffen werden.“

Schramm weiter: „Die jetzt gute Finanzlage der Kassen haben die Versicherten erarbeitet. Die Praxisgebühr ist daher überholt und sollte abgeschafft werden. Sie wurde 2004 eingeführt, um die gesetzlichen Krankenkassen kurzfristig finanziell zu entlasten.“ Sie habe aber nicht zum Ziel geführt, die Arztbesuche zu verringern bei Menschen, denen die Praxisgebühr egal sei, sondern stattdessen den bürokratischen Aufwand erhöht und arme Menschen von Arztbesuchen abgehalten, so Schramm.