19. August 2013

Astrid Schramm: DIE LINKE fordert Mäßigung bei der Honorierung niedergelassener Ärzte

Vor dem Hintergrund der Auswertung der wirtschaftlichen Situation von Arztpraxen durch das Statistische Bundesamt sowie der aktuellen Verhandlungen zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der Krankenkassen über die Vergütung der niedergelassenen Ärzte für 2014, ruft die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Saarländischen Landtag, Astrid Schramm, die Ärzte-Funktionäre zur Mäßigung auf: "Nach den aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes verdiente ein niedergelassener Arzt in Deutschland nach Abzug aller Kosten für die Arztpraxis wie Personal, Miete, Diagnosegeräte usw. 2011 fast 14.000 Euro im Monat und verzeichnete einen Einnahmenzuwachs von 2007 bis 2011 um durchschnittlich 21 Prozent. Auch die bisherigen "Geringverdiener" unter den niedergelassenen Ärzten konnten kräftige Einkommenszuwächse verzeichnen: Kinderärzte kommen auf einen monatlichen Reinertrag in Höhe von 11.666 Euro, Allgemeinmediziner auf 11.500 Euro." Angesichts dieser Einkünfte zeige sich, dass für die regelmäßige Erpressung der Bevölkerung durch Teile der Ärzteschaft anlässlich von Honorarverhandlungen - wie beispielsweise durch die Ankündigung von Praxisschließungen - absolut keine Veranlassung bestehe. Die üppigen Honorare würden mit den monatlichen Krankenkassenbeiträgen der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler finanziert. Schramm weiter: "Es ist ein Unding, dass im Gesundheitssystem vorne und hinten Gelder zum Nachteil der Patientinnen und Patienten fehlen, während aus der Ärzteschaft trotz der stattlichen Honorare ständig über das angeblich zu geringe Einkommen geklagt wird. Wenn jetzt seitens der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vor dem Hintergrund der Zahlen des Statistischen Bundesamtes gar noch verlautbart wird, die Steigerung seit 2007 sei "dringend erforderlich" gewesen, so ist das völlig inakzeptabel und ein Schlag ins Gesicht aller Beitragszahlerinnen und Beitragszahler."