16. August 2013

Astrid Schramm: Überarbeitung von Bewertungskriterien in Pflegeheimen notwendig

Zur aktuellen Diskussion um die Qualität in der Pflege im Zusammenhang mit einigen Todesfällen in saarländischen Pflegeheimen erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Astrid Schramm: „Die Benotungen der Pflegeheime durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen sollten sofort eingestellt werden, damit die Bewertungskriterien überarbeitet werden können. Denn bislang kann ein gut lesbarer Speiseplan eine schlechte Medikamentenversorgung ausgleichen, da diese beiden Kriterien im Benotungssystem gleich gewichtet sind. Dass sich Angehörige aufgrund dieser Notengebung ein Urteil über geeignete Pflegeeinrichtungen bilden können, stelle ich in Frage. Denn bisher wird die Dokumentation bewertet, nicht aber die tatsächlich geleistete Pflege.“ Außerdem sei es nicht damit getan Mängelberichte zu erstellen, sondern man müsse kontrollieren, ob diese Mängel auch behoben würden, so Schramm. „Bei Heimen ab einer bestimmten Größe sollte die ärztliche Versorgung im Heim sichergestellt werden. Die Praxis hat gezeigt, dass die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals ausschlaggebend sind. Denn erst durch gute Arbeitsbedingungen wird qualitativ hochwertige Pflege möglich. Das ist entscheidend und muss in die Benotung der Pflegeheime mit einfließen“, so Schramm weiter. Gute Pflege koste Geld. Für DIE LINKE sei das Teilkostenprinzip die Ursache für die Probleme, die heute im Pflegebereich ersichtlich seien. „Denn die Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten ab. Um die Kosten für den individuellen Pflege- und Betreuungsbedarf abzudecken, müssen die Betroffenen und ihre Angehörigen auf ihr Einkommen und Vermögen zurückgreifen. Den Vielen, denen das nicht möglich ist, bleibt dann entweder nur die Sozialhilfe oder die Abhängigkeit von den Angehörigen - sofern sie welche haben. Die Pflegeversicherung ist so zu organisieren, dass sie sich am individuellen Pflegebedarf orientiert. Gute Pflege muss für jeden gewährleistet sein und darf nicht vom Geldbeutel abhängen“, so Schramm abschließend.