8. August 2013

Barbara Spaniol: Keine Schulschließungen zulassen - Gemeinschaftsschule besser ausstatten

Zur erneuten Debatte über mögliche Schulschließungen im Saarland fordert die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Barbara Spaniol, ein klares Bekenntnis des Bildungsministers zum Fortbestand offenbar gefährdeter Gemeinschaftsschulstandorte: "Wir sind von Anfang an für die wohnortnahe Gemeinschaftsschule eingetreten. Eine Schließung von Schulen wegen nicht erreichter Mindestschülerzahlen ist für uns nicht akzeptabel. Hier sind tragfähige Lösungen und frühzeitige Verhandlungen mit den Schulträgern zum Erhalt der Standorte notwendig.“ Die Bedenken der LINKEN gegen die Änderung des Schulordnungsgesetzes, wonach die neuen Gemeinschaftsschulen nach nur zwei Jahren auf den Prüfstand kommen, seien von der Koalition blind in den Wind geschlagen worden. Spaniol dazu: "Das rächt sich nun. Die Gemeinschaftsschulen brauchen Bestandsschutz und eine echte Chance zum Aufbau. Dazu gehört Zeit. Es kann nicht sein, dass die neue Schulform heute schon ums Überleben bangen muss.“ Ebenso seien eine nachhaltige Schulentwicklungsplanung und eine stärkere Bewerbung der Gemeinschaftsschule unumgänglich. "Dazu muss sie dringend mit einem klaren Oberstufenkonzept auf Augenhöhe mit dem Gymnasium ausgestaltet werden, damit mehr Gemeinschaftsschüler die Chance zum Abitur nach 9 Jahren erhalten.“ Ein Hauptproblem für viele Eltern und Schüler sei immer noch das System G8, das auf Zuruf der Wirtschaft übereilt eingeführt worden sei. "Längeres gemeinsames Lernen mit besserer individueller Förderung in der Gemeinschaftsschule ist die Alternative zum achtjährigen Gymnasium. Der Geldbeutel der Eltern wird hier künftig weniger über den Bildungserfolg der Kinder entscheiden. Statt durch die Hintertür Schulen zu schließen und Lehrerstellen einzusparen, muss der Bildungsminister die Gemeinschaftsschule personell besser ausstatten. Dann wird sie auch ein Erfolgsmodell“, so Spaniol abschließend.