30. Januar 2013

Astrid Schramm: Anti-Stress-Verordnung am Arbeitsplatz dringend notwendig

Immer mehr Menschen werden aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen krank. Insbesondere starker Termin- und Leistungsdruck, Angst um den Arbeitsplatz, die beruflichen Zukunftsaussichten, wie auch die oft zu schlechte Bezahlung verstärken die Stresssituation der Beschäftigten und sind ausschlaggebend dafür, dass immer mehr Berufstätige an seelischen Erkrankungen leiden. Aufgrund einer in Auftrag gegebenen Untersuchung des DGB wird deutlich, dass im Vergleich zum Vorjahr der gesundheitsgefährdende Psychostress am Arbeitsplatz massiv zugenommen hat. Dazu erklärt Astrid Schramm, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag:

„Es kann nicht sein, dass ein Viertel aller 55 bis 64-jährigen aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente gehen müssen. Psychische Belastungen der Beschäftigten werden zunehmend vernachlässigt. Es ist höchste Zeit, etwas Wirksames dagegen zu tun. Solange Arbeitgeber sich nicht in der Pflicht sehen, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass möglichst keine Gefährdung für die psychische Gesundheit ausgeht, brauchen wir klare Regelungen. Deshalb benötigen wir eine Anti-Stress-Verordnung, wie auch vom DGB gefordert.“
Schramm weiter: „In vielen EU-Staaten wurden bereits gesetzliche Regelungen gegen Stress am Arbeitsplatz erlassen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Beschäftigten in Deutschland von den Verantwortlichen in der Politik schutzlos zurückgelassen werden.“

Der Einsatz für eine Anti-Stress-Verordnung müsste darüber hinaus mit dem Kampf gegen prekäre Bedingungen in der Arbeitswelt einhergehen. Hinzu gehöre auch der Kampf gegen die Ausweitung und die fortschreitende Flexibilisierung von Arbeitszeiten, so Schramm abschließend