23. Januar 2013

Astrid Schramm: Einzelheiten im Pflegeskandal unfassbar

„Die Schilderungen der Staatsanwaltschaft im heutigen Gesundheitsausschuss zum Stand der Ermittlungen zu den Vorfällen im AWO Seniorenheim in Spiesen-Elversberg, und hier insbesondere die Darstellung einzelner Misshandlungen an den zu pflegenden Menschen, machen fassungslos“, so Astrid Schramm, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag.

„Ungeachtet dessen, dass alle Schuldigen in diesem Skandal insbesondere strafrechtlich zur Verantwortung herangezogen werden müssen, hat sich in der heutigen Sitzung auch gezeigt, dass sich seit dem Missbrauchsskandal in der saarländischen Bevölkerung eine erhöhte Sensibilität in Bezug auf Misshandlungen oder Vernachlässigungen in der Pflege eingestellt hat.“

Es sei besorgniserregend, so Schramm, dass einer der Beschuldigten sich nach dem Pflegeskandal in einem saarländischen Altenheim für eine Führungsaufgabe beworben habe. Auf Grund der kurzen Informationswege hier im Saarland sei jedoch eine erneute Beschäftigung im Pflegebereich verhindert worden.
Schramm: „Hier fordern wir eine besondere Aufmerksamkeit bei Personaleinstellungen im Bewerbungsverfahren, insbesondere eine genaue Prüfung bisheriger Arbeitszeugnisse.“

„Nicht nachvollziehbar ist“, so Schramm weiter, „dass die personelle Ausstattung der Heimaufsicht im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie auch nach Bekanntwerden des Pflegeskandals nicht unverzüglich verbessert wurde. So wurde im November 2012 bekannt, dass ein einzelner Mitarbeiter die Aufsicht von 45 Heimen bewältigen sollte. Erst nachdem die personelle Unterbesetzung der Heimaufsicht in die Öffentlichkeit gedrungen war, sah sich Minister Storm veranlasst, eine Aufstockung zum Januar 2013 vorzunehmen. Sowohl Zeitpunkt als auch Höhe der Aufstockung, ebenso das monatelange Aussitzen der Problematik, ist völlig inakzeptabel.“