24. Juli 2013

Barbara Spaniol: Mehr Babyklappen - Recht auf anonyme Geburt ausbauen

Vor dem Hintergrund des gewaltsamen Todes eines Neugeborenen in Kleinblittersdorf fordert die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Barbara Spaniol, mehr Babyklappen und verstärkt Möglichkeiten zur anonymen und vertraulichen Geburt im Saarland. "Hilfsangebote für verzweifelte schwangere Frauen müssen dringend ausgebaut werden, um schlimme Fälle von Kindesaussetzung oder gar Tötung künftig zu vermeiden. Babyklappen können eine geeignete Lösung in diesen Ausnahmesituationen sein." Eine einzige Stelle dieser Art im Land wie in der St. Josef-Klinik in Neunkirchen sei jedoch nicht ausreichend, so Spaniol: "Krankenhäuser mit Maximalversorgung wie das UKS in Homburg und die Winterbergkliniken in Saarbrücken sollten Anlaufstellen mit Babyklappe werden. Dies ist breit bekannt zu machen, damit die Hilfe auch bei den betroffenen Frauen ankommt." Dazu müsse die Landesregierung den Krankenhäusern finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, damit ein solches Hilfe-Netz flächendeckend eingerichtet werden könne. "Das neue Gesetz über vertrauliche Geburten ist ein Schritt in die richtige Richtung, um Abhilfe zu schaffen. Wir fordern darüber hinaus ein schlüssiges Konzept aus Beratungsmöglichkeiten mit Schwangerschaftskonfliktberatung, Erziehungsberatung und Lebenshilfen. Ebenso müssen Qualitätsstandards für Babyklappen gesetzlich verankert werden. Frauen und ihre Kinder haben ein Recht auf Unterstützung durch die öffentliche Hand in derartigen unerträglichen Notlagen. Diese Tragödien dürfen sich nicht wiederholen. Dazu müssen die Angebote im 24-Stunden-Notdienst erreichbar sein, mit geschulten Fachkräften ausgestattet und für die Betroffenen gebührenfrei sein", so Spaniol