20. Juli 2013

Ralf Georgi: Inklusion darf nicht am Spardiktat scheitern

Als problematisch hat der behindertenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im saarländischen Landtag, Ralf Georgi, Bestrebungen des Jugendamts des Regionalverbands bezeichnet, Mittel für die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche an Schulen zu kürzen. „Angesichts des steigenden Bedarfs an Inklusionshilfen ist es absurd, Kürzungen der Jugendhilfe vornehmen zu wollen. Teilhabe ist nicht umsonst zu haben. Im Gegenteil: Wer Inklusion verwirklichen will, muss besondere Anstrengungen zur Umsetzung der gemeinsamen Unterrichtung von Kindern mit und ohne Handicaps umsetzen und dafür auch die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen.“ Die UN-Behindertenrechtskonvention erfordere die weitergehende Abschaffung der so genannten Förderschulen und die volle Inklusion von Kindern und Jugendlichen in die Regelschule, so Georgi. „Ich fordere eine zügige Umsetzung der Konvention. Gemeinschaftsschulen für alle müssen entsprechend ausgestattet sein, damit Inklusion nicht an Barrieren oder an dem Fehlen von Lehrpersonal oder Fachpersonal der Jugendhilfe scheitert.“ Inklusion koste Geld, insofern sei jedem Spardiktat in diesem sensiblen Bereich eine klare Absage zu erteilen. Georgi weiter: „Positiv für die die Förderung der Teilhabe ist es allerdings, wenn die Jugendhilfe ihre Verantwortung für die Inklusion in der Schule wahrnimmt. Projekte, wie die des Jugendamts des Regionalverbands Saarbrücken an der Förderschule für soziale Entwicklung Von der Heydt - Außenstelle Püttlingen, bei der Fachkräfte der Jugendhilfe gemeinsam mit dem Lehrpersonal Inklusionshilfe betreiben können, sind prinzipiell zu begrüßen. Wenn ein solcher Einsatz von Integrationshelfern allerdings durch eine massive Reduzierung der Stunden pro Integrationsschüler von statten geht, ist dies kontraproduktiv.“