8. März 2013

Dagmar Ensch-Engel: Wenn BIO draufsteht ist noch lange nicht BIO drin

Regelmäßig wird die Bevölkerung durch immer neue Lebensmittelskandale aufgeschreckt und das, obwohl jedes Mal bessere Kontrollen angekündigt werden. „Dies hatte zur Folge“, so Dagmar Ensch-Engel, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag, „dass sich viele Verbraucher zum Kauf von BIO Lebensmitteln entschlossen haben. Mit dem Begriff BIO wurde ein höherer Preis akzeptiert und natürlich auch eine bessere Qualität der Produkte und deren Herstellung erwartet.“ Leider habe es sich gezeigt, dass die größere Nachfrage nach BIO Produkten für einige Hersteller ein Anreiz zum Betrug gewesen sei. Ensch-Engel hat nach der heutigen Sitzung des Umweltausschusses mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, dass im Saarland offensichtlich alle Legehennen-Betriebe die geforderten Richtlinien erfüllen. Ensch-Engel: „Dennoch gelangen auch falsch gekennzeichnete Eier in den Handel. Das Gleiche gilt für undeklariertes Pferdefleisch." Der von den Verbraucherministern verabschiedete 10-Punkte Plan sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, schließlich solle er laut Ministerin Rehlinger kurzfristig zur Aufklärung sorgen. „Bisher haben aber alle Maßnahmen immer erst dann stattgefunden“, so Ensch-Engel weiter, „ wenn ein Skandal nicht mehr zu verheimlichen war. Alle Aktionen hinkten den Skandalen hinterher, dabei sollten sie präventiv wirken und diese verhindern. Ohne ständige Kontrolle, eine lückenlose Nachverfolgbarkeit der Herkunft der Produkte und eine umgehende und umfassende Veröffentlichung der Hersteller, die sich nicht an vorgegebene Richtlinien halten, bei den Verbrauchern, wird der nächste Skandal nicht lange auf sich warten lassen." Darüber hinaus fordere DIE LINKE weitere Kontrollen und Qualitätssiegel besonders für Schulessen und Restaurantketten, die überregional tätig seien.