22. Mai 2013

Barbara Spaniol: Grundschulreform darf nicht an Koalitionsstreit scheitern

Zum Streit der Großen Koalition mit Blick auf „Sitzenbleiben“ und strenge Notengebung in der Grundschule erklärt die stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Barbara Spaniol: „Die Koalition ist sich in dieser Frage uneinig und behindert damit eine neue Lern- und Förderkultur an unseren Schulen.“ Spaniol weiter: „Je früher eine individuelle Förderung einsetzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die geförderten Schülerinnen und Schüler zum Leistungsstand der Gleichaltrigen aufschließen.“ Das hätten die bisherigen positiven Erfahrungen im Modellversuch zur Abschaffung des Sitzenbleibens an Gymnasien gezeigt. „Daher sind nach unserer Ansicht ideologische Totschlag-Argumente in dieser Frage fehl am Platze.“ Spaniol dazu: „Es geht auch nicht um einen Schulerfolg zum Nulltarif. Es ist nur wenig zielführend, Schüler ohne Förderung zum Wiederholen zu verurteilen. Denn viele erleben das „Sitzenbleiben“ als massiven Misserfolg – gerade in der Grundschule.“ Diese Schüler dürften nicht alleine gelassen und vor allem nicht nur auf private kostenpflichtige Nachhilfe verwiesen werden. Zur Umsetzung der inklusiven Schule gehöre auch der Aufbau einer sonderpädagogischen Grundversorgung an den Regelschulen. „All dies erfordert an den Schulen mehr Personal und Ressourcen. Die Koalition muss Farbe bekennen, ob sie es ernst meint mit dem Prinzip „Mehr fördern statt ausgrenzen“ schon in der Grundschule“, so Spaniol abschließend.