28. Mai 2013

Barbara Spaniol: Grundschulreform halbherzig – Bildungsminister in der Koalitionsfalle

Zum korrigierten Eckpunktepapier nach dem Streit der Großen Koalition sieht die stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Barbara Spaniol, Bildungsminister Commercon in der Koalitionsfalle: „Sitzenbleiben und Ziffernnoten gehören nicht in die Grundschule, sind aber jetzt doch weiter möglich. Der gefundene Kompromiss ist nur ein halbherziger Schritt – der Bildungsminister konnte sich nicht durchsetzen. Eine neue Lern- und Förderkultur ohne Sitzenbleiben und strenge Notengebung in der Grundschule wäre der richtige Weg. Die Koalition ist sich aus ideologischen Gründen in diesen Fragen uneinig und behindert damit diese wichtige Reform.“ Das Prinzip „Mehr fördern statt ausgrenzen“ müsse schon ab der Grundschule gelten. Spaniol dazu: „Je früher eine individuelle Förderung einsetzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Schüler zum Leistungsstand der Gleichaltrigen aufschließen. Hier wäre viel mehr Verbindlichkeit notwendig.“ Positiv bewerte DIE LINKE die flexible Schuleingangsphase mit einer möglichen Verweildauer von bis zu drei Jahren und erste Schritte zur Umsetzung der Inklusion. Spaniol weiter: „Eltern haben aber erst dann die echte Wahlfreiheit zwischen Förderschule und Regelschule, wenn tatsächlich frei werdende Lehrerstellen dazu genutzt werden, eine sonderpädagogische Versorgung an den Grundschulen aufzubauen.“ All dies erfordere mehr Personal und Ressourcen. „Deshalb sehen wir den von der Großen Koalition geplanten personellen Kahlschlag, der auch die Schulen treffen wird, weiterhin mit großer Sorge. Der Bildungsminister muss endlich ein nachhaltiges Personalentwicklungskonzept für die saarländischen Schulen vorlegen“, so Spaniol abschließend.