7. Oktober 2013

Barbara Spaniol: Inklusion gelingt nur mit mehr statt weniger Personal – Kritik am Lehrerstellenabbau

Die Linksfraktion im saarländischen Landtag sieht die Pläne von Bildungsminister Commercon zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an Grundschulen kritisch. Die bildungspolitische Sprecherin, Barbara Spaniol, erklärt dazu: „Es muss eine sonderpädagogische Grundversorgung an allen Regelschulen möglich sein. Nur 105 Förderschullehrerstellen für 162 Grundschulen sind zu wenig. Damit wird die inklusive Schule nicht gelingen.“ Frei werdende Lehrerstellen und zurückgehende Schülerzahlen müssten daher im Grundschulbereich bleiben und nicht eingespart werden. Auch sei in städtischen Ballungsgebieten eine Förderschullehrkraft pro Jahrgang einzuplanen. Spaniol weiter: „Inklusion wird nur mit mehr statt mit weniger Personal umsetzbar sein. Den geplanten personellen Kahlschlag der Großen Koalition, der auch die Schulen treffen wird, sehen wir als LINKE daher weiterhin mit großer Sorge.“ Daher gelte es, die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen stärker als bisher zu unterstützen. „Sie unterrichten nach wie vor zu große Klassen, haben die höchste Unterrichtsverpflichtung, sind oftmals nicht sonderpädagogisch ausgebildet und schlechter bezahlt als andere. So kann man die Schulen nicht auf die Umsetzung der Inklusion vorbereiten“, so Spaniol. Das „Versprechen Inklusion“ dürfe nicht gebrochen werden. „Der Bildungsminister muss die Notbremse ziehen. Das einmütige Bekenntnis dieser Koalition zu einer gerechteren Steuer- und Abgabenpolitik ist längst überfällig. Dann sind kleinere Klassen, mehr Lehrerstellen und die inklusive Schule auch zu erreichen“, so Spaniol abschließend.