22. Oktober 2013

Heike Kugler: Altersarmut hat ein weibliches Gesicht-besonders im Saarland

Neueste Zahlen des statistischen Bundesamtes belegen, dass immer mehr Menschen im Alter auf Grundsicherung angewiesen sind. Dazu erklärt die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Heike Kugler: „Die steigenden Zahlen, gerade im Saarland, geben Anlass zur Besorgnis. Unter den Flächenländern sind wir nach Nordrhein-Westfalen der westliche Flächenstaat mit dem höchsten Anteil an Grundsicherungsbedarf im Alter der über 65-Jährigen. Besonders hoch ist dabei der Frauenanteil. Ist in einer Stadt wie Berlin der Anteil der Frauen und Männer, die im Alter Grundsicherung beziehen, fast gleich, so triftet er im Saarland extrem auseinander. Während im Saarland durchschnittlich 33 von 1000 Menschen im Alter über 65 Jahre Grundsicherung erhalten, sind Männer und Frauen dabei sehr unterschiedlich betroffen. 25 Männern stehen 38 Frauen gegenüber, das heißt, dass der Frauenanteil um über 50 Prozent höher ist als bei Männern. Hinzu kommt gerade im ländlichen Bereich eine hohe Dunkelziffer, da der Gang zum Amt von vielen Betroffenen aus Scham so lange wie möglich hinausgeschoben wird.“ Altersarmut habe damit einmal mehr ein weibliches Gesicht. Kugler weiter: „Dies ändert sich auch erst, wenn wirksame Maßnahmen gegen Niedriglöhne ergriffen werden. Hier ist der zurzeit diskutierte Mindestlohn von 8,50 Euro bereits zu niedrig angesetzt und kann nur in die Armutsrente führen. Der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn muss mindestens zehn Euro betragen, um möglichst ohne Grundsicherung im Alter auszukommen und eine armutsfeste Rente zu gewährleisten. Zudem ist auch eine gleiche Bezahlung für Frauen wie für Männer notwendig und Ausfallzeiten müssen endlich entsprechend angerechnet werden.“