29. September 2013

Astrid Schramm: Eine der bestbezahlten Berufsgruppen greift erneut in Geldbörsen der gesetzlich Krankenversicherten

Vor dem Hintergrund der am Donnerstag bekannt gewordenen Einigung zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der Krankenkassen über eine erneute Erhöhung der Honorare für niedergelassene Ärzte um bis zu 800 Millionen Euro für das Jahr 2014, kritisiert die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Saarländischen Landtag, Astrid Schramm, den erneuten Griff in die Geldbörsen der gesetzlich Krankenversicherten zu Gunsten einer der bestbezahlten Berufsgruppen in diesem Land, scharf: „Nach den jüngst veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben sich die Reinerträge niedergelassener Ärzte in den Jahren 2007 bis 2011 bereits um 21 Prozent kräftig auf durchschnittlich rund 14.000 Euro im Monat erhöht. Der Reinertrag ergibt sich aus den Einnahmen der Arztpraxis abzüglich der Aufwendungen wie Personal, Miete, Diagnosegeräte etc. und kann mit dem Bruttoeinkommen eines Arbeitnehmers gleichgesetzt werden. Seit dem Jahr 2011 gab es sogar noch weitere Honorarsteigerungen, und nun werden erneut 800 Millionen Euro in die bereits gut gefüllten Geldbörsen der Ärzte gesteckt. Die niedergelassenen Ärzte sind bereits eine der bestbezahlten Berufsgruppen in diesem Land, und es gibt hier insgesamt kein Einkommensproblem. Die Ungleichverteilung der Honorare zwischen den einzelnen Arztgruppen ist lediglich ein Verteilungsproblem innerhalb der Ärzteschaft.“ Schramm weiter: „Der Spitzenverband der Krankenkassen muss sich angesichts dieser Auswüchse bei den Honoraren der niedergelassenen Ärzte zwischenzeitlich fragen lassen, ob er die Interessen der gesetzlich Krankenversicherten noch angemessen vertritt. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass die Beitragszahler, die monatlich über ihre Krankenversicherungsbeiträge auch die Einkommen der niedergelassenen Ärzte finanzieren, der Auffassung sind, ein durchschnittliches monatliches Einkommen in Höhe von rund 14.000 Euro für jeden (!) der rund 150.000 Kassenärzte und Psychotherapeuten im Jahr 2011 stelle eine Unterbezahlung dar und habe seither sogar noch weitere Gehaltssteigerungen dringend erforderlich gemacht. Es kann nicht angehen, dass im Gesundheitssystem insgesamt vorne und hinten Gelder fehlen und viele Berufsgruppen schlecht bezahlt werden, während die Ärzteschaft fortwährend mit unangemessen hohen Honorarsteigerungen bedient wird.“