9. April 2014

Astrid Schramm: Immer mehr psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz – Anti-Stress Verordnung notwendig

Anlässlich des DAK Gesundheitsreports 2014 für das Saarland erklärt Astrid Schramm, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag: „Die Zahl der psychischen Erkrankungen ist im Saarland erneut gestiegen. Jedoch hat die DAK auch festgestellt, dass die Mitarbeiter von Unternehmen und Betrieben, die ihre Kinder regelmäßig in einer Betreuung unterbringen können, weniger stress- und krankheitsanfällig sind. Daher sehen wir uns in unserer Forderung nach einer umfassenden Anti-Stress Verordnung für Betriebe bestätigt. Dazu gehören nicht nur familienfreundlichere Arbeitszeiten, ein verbindlicher Anspruch der Beschäftigten auf eine flexiblere Arbeitsorganisation und mehr Betriebs- Kinderkrippen und Kindergärten. Familie und Beruf müssen für alle Eltern besser vereinbar sein, daher ist auch der zügige weitere Ausbau der Kitas im Saarland dringend notwendig, denn noch immer gibt es im Saarland trotz Rechtsanspruch nicht genug Betreuungsplätze.“ Arbeitgeber müssten zudem dazu verpflichtet werden, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass möglichst keine Gefährdungen für psychische Erkrankungen auftreten, so Schramm. Denn der Anstieg der psychischen Belastungen gehe einher mit einer zunehmend psychischen Belastung in der Arbeitswelt. Schramm weiter: „Die Ursache der Erkrankungen liegt vor allem in der immer höher werdenden Arbeitsbelastung, der beruflichen Unsicherheit infolge von Leiharbeit und befristeten Arbeitsverträgen, sowie an steigendem Leistungsdruck, schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen. Immer mehr Arbeit muss in der gleichen Zeit erledigt werden. Arbeit am Abend oder am Wochenende, Überstunden und ständige Erreichbarkeit werden zur Normalität.“ All das führe zu Stress und lasse die Menschen krank werden. „Wir fordern daher ein ausreichendes Angebot an Therapieplätzen und den Ausbau der dringend notwendigen ambulanten und stationären Versorgung in diesem Bereich. Wartezeiten von drei bis vier Monaten bis zum Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung sind für die Betroffenen nicht mehr länger hinnehmbar“, so Schramm abschließend.