9. Dezember 2014

Barbara Spaniol: Drohende Abwicklung der Mechatronik und Physik verhindern - CDU und SPD müssen Notbremse ziehen

Die Linksfraktion fordert die Landesregierung auf, angesichts der aktuellen Warnungen von Vertretern der Physik- wie der Mechatronik-Fakultät die Kürzungsvorgaben für die Universität zu überdenken. Die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol erklärt: „Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Bereiche abgewickelt werden. Das Saarland als Industrieland ist besonders darauf angewiesen, seinen industriellen Bereich fortzuentwickeln. Wenn ausgerechnet der technische Bereich kleingespart wird, werden Zukunftschancen fahrlässig verspielt.“ Das Saarland sei in der Vergangenheit gut damit gefahren, einen Schwerpunkt im technischen Bereich gesetzt zu haben, insbesondere in der Informatik. Es wäre wichtig, diesen Weg fortzuführen, auch mit Blick auf Ausgründungen und die Weiterentwicklung des Landes. „Wir dürfen den technisch interessierten Nachwuchs nicht aus dem Land treiben. Das muss auch die Landesregierung endlich einsehen, denn sie trägt für die Kürzungen letztlich die Verantwortung.“

Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch hat wiederholt erklärt, dass die Saar-Industrie qualifizierte Ingenieure mehr denn je braucht: „Das Saarland ist ein Industrieland. Unsere produzierenden Unternehmen sind die Existenzgrundlage für dieses Land und seine Bürger. Die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunft dieser Unternehmen hängt immer stärker an der Kompetenz der Techniker und Ingenieure, die Fertigungsabläufe, Qualität und Produktivität ständig optimieren.“ Wenn nun ausgerechnet Physik und Mechatronik die höchste Sparlast tragen sollen, sei dies daher völlig unverständlich, so Spaniol. Sie kritisiert zudem, dass die Landesregierung in die Detailsteuerung der Uni eingreifen will und festlegen möchte, welche Professuren geschlossen werden und welche nicht. Der dramatische Rückbau der philosophischen Fakultät II müsse ebenfalls verhindert werden. „CDU und SPD müssen die Notbremse ziehen um die drohende Abwicklung zentraler Bereiche der Uni zu verhindern.“


Die Landesregierung müsse zudem den Saarbrücker Standort der HTW sichern. „Da wurde für viel Geld das Hochhaus grundsaniert, das jetzt leer stehen muss, weil die Landesregierung lieber mit dem Privatinvestor streitet, als tragfähige Lösungen zu suchen. Die dadurch drohende Zerfaserung der HTW durch eine Verlagerung von Studiengängen auf andere Standorte muss unbedingt verhindert werden“, so Spaniol abschließend.