21. Januar 2014

Astrid Schramm: Verbesserung von Arbeitsbedingungen an Kliniken – Behandlungsfehler vermeiden

Anlässlich des heute vorgelegten Krankenhausreports der AOK, wonach es in Deutschland fünf Mal so viele Tote durch Behandlungsfehler in Kliniken gibt als Verkehrstote, erklärt Astrid Schramm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Landtag des Saarlandes: „Experten gehen von zig tausenden von Patienten aus, die im Laufe eines Jahres durch Ärzte-Fehler geschädigt werden. Wir benötigen dringend eine Verbesserung des Patientenschutzes, insbesondere die rechtliche Verpflichtung von Krankenkassen, Versicherte bei Behandlungsfehlern zu vertreten.“ Jeder Behandlungsfehler sei einer zu viel, so Schramm. „Fehler passieren dort, wo Menschen unter Druck und Stress arbeiten müssen. Daher ist eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen vieler Mediziner an Kliniken dringend notwendig, damit diese sich besser auf die Menschen konzentrieren und sich mehr Zeit für Gespräche mit den Patienten nehmen können.“ Auf der Qualitätssicherung müsse das Hauptaugenmerk liegen, und nicht drauf, vor allem die Wirtschaftlichkeit in den Kliniken voranzutreiben. Schramm verweist darauf, dass viele der ärztlichen Kunstfehler im Saarland vor allem im klinischen Bereich stattfinden. „Die Kliniken stehen unter Kostendruck und die Devise heißt immer sparen, sparen, sparen. Aber gerade im Gesundheitsbereich kann man die Patientenbetreuung nicht mit betriebswirtschaftlichen Kennziffern vergleichen. Die Arbeitsbedingungen für Ärzte und Pflegepersonal werden immer schlechter, die Personalkosten werden reduziert durch Outsourcing, Arbeitsverdichtung, Arbeitszeitverlängerungen oder Personaleinsparungen“, so Schramm. Da verwundere es nicht, wenn Fehler passierten oder aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen an manchen Kliniken gut ausgebildete Mediziner ins Ausland wechselten. Schramm abschließend: „Die Gesundheitsversorgung gibt es nicht als Ware zum billigsten Preis.“