30. Juli 2014

Barbara Spaniol: Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern – mehr Personal in Kitas notwendig

Vor dem Hintergrund einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), wonach gute jede zweite Firma in Deutschland Probleme hat, Führungspositionen in der Wirtschaft mit Müttern zu besetzen, erklärt Barbara Spaniol, bildungs- und frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag: „Die befragten Unternehmen geben den Kitas auf Grund ihrer frühen Schließungszeiten die Schuld daran, dass es weniger Frauen in Top-Positionen gibt. 90 Prozent der Betriebe fordern daher längere Kita-Öffnungszeiten. Tatsächlich sind nach wie vor gerade Frauen in den Führungsetagen deutlich unterrepräsentiert, dagegen in Teilzeit und im befristeten Bereich umso stärker vertreten. Familien haben sich aber nicht dem Arbeitsmarkt anzupassen, sondern es muss umgekehrt sein. Damit einerseits die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirklich funktioniert, sind dringend familienfreundliche Arbeitszeiten notwendig. Nur so haben Mütter und auch Väter, die Vollzeit arbeiten, mehr Zeit für die Familie. Andererseits sind vor allem Alleinerziehende auf flächendeckende und gute Ganztagsbetreuung ihrer Kinder angewiesen, die nicht dadurch gefährdet werden darf, dass es an Erzieherinnen und Erziehern auf dem Arbeitsmarkt mangelt. Daher muss der Personalmangel in Kitas im Saarland dringend behoben werden. Wir brauchen mehr gut ausgebildetes Personal und mehr Fachkräfte in der öffentlichen Kita-Betreuung. Zusätzliche Anforderungen wie beispielsweise längere Öffnungszeiten können aber nur erfüllt werden, wenn die Arbeitsbedingungen und der Betreuungsschlüssel zwischen Kindern und Erzieherinnen stimmen. Hier gilt es, mehr Erzieherinnen und Erzieher auszubilden, besser zu qualifizieren und auch besser zu bezahlen.“