26. Juni 2014

Astrid Schramm: Existenz der Hebammen nicht aufs Spiel setzen

Vor dem Hintergrund einer am Montag vorgestellten Umfrage des Deutschen Hebammenverbandes und der seit Monaten andauernden Diskussion über die Situation der Hebammen erklärt Astrid Schramm, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag: „Schon seit langem weisen Hebammen auf ihre missliche finanzielle Situation und die enormen Belastungen durch mehr und mehr steigende Haftpflichtprämien hin. Freiberufliche Hebammen können die verpflichtende Haftpflichtversicherung daher häufig nicht mehr bezahlen. Und für die Beleghebammen in den Kliniken werden die Arbeitsbedingungen immer schlechter. Die Folge von Überstunden, zunehmender Teilzeitarbeit und Personalmangel ist eine Mangelversorgung der Frauen und Neugeborenen bei der Wochenbettbetreuung.“ Ein ganzer Berufsstand qualifizierter und hochmotivierter Hebammen und Entbindungspfleger stehe somit auf der Kippe, auch im Saarland spitze sich die Lage zu. Gerade im Nordsaarland hätten viele Mütter ein großes Problem, eine freie Hebamme zu finden. Schramm weiter: „Hier muss endlich dringend gehandelt werden, denn Hebammen stellen eine wichtige Unterstützung für Mütter von der Feststellung der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit dar. Es kann nicht sein, dass Viele auf Grund von zu geringer Bezahlung, immer schwerer werdenden Arbeitsbedingungen, hohen Versicherungskosten und Einsparungen in den Kliniken ihren so wertvollen Beruf aufgeben müssen. Das Wohl der Mütter und Kinder darf nicht gefährdet werden.“ Schramm erinnert daran, dass der Landtag die Landesregierung bereits im März einstimmig aufgefordert hat, Möglichkeiten zu prüfen, „mit denen die Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung von Hebammen und Entbindungspflegern gesenkt oder auch stabilisiert werden können“ und in Abstimmung mit den Hebammenverbänden die Gründung eines Haftungsfonds zu verfolgen. „Auf diese Weise wäre keine Versicherungsgesellschaft mit ihren Profit-Interessen beteiligt. Nötig ist auch eine deutliche Verbesserung der Bezahlung. Denn Hebammen leisten einen wesentlichen Beitrag in der Präventionsarbeit. Für ihre wichtige Arbeit müssen sie auch angemessen vergütet und bei den Versicherungsprämien nicht allein gelassen werden.“ Nach einem Viertel Jahr müsse die Prüfung der Landesregierung doch langsam abgeschlossen sein und zumindest erste Ergebnisse auf dem Tisch liegen, so Schramm. Zudem erinnert Schramm Gesundheitsminister Storm an sein Gespräch mit saarländischen Hebammen, in dem er versicherte, dass er guter Dinge sei und sich kümmern werde. „Minister Storm darf hier nicht wortbrüchig werden“, so Schramm abschließend.