14. März 2014

Dagmar Ensch-Engel: Landesregierung und Grüne ignorieren internationalen Kenntnisstand zu Gefahren durch Windkraftanlagen

Vor dem Hintergrund des Berichts der Landesregierung in der heutigen Sitzung des Umweltausschusses zu den gesundheitlichen Gefahren durch Infraschall von Windkraftanlagen erklärt Dagmar Ensch-Engel, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag: „Ich bin schockiert darüber, dass die Landesregierung einschlägige internationale Studienergebnisse zu den Gesundheitsgefahren durch Infraschall von Windkraftanlagen ignoriert und sich auf eine überholte Gesetzeslage in Deutschland beruft. Bezeichnenderweise konnte die Landesregierung nicht erklären, warum beispielsweise in den USA und in vielen Ländern Europas aus gesundheitlichen Gründen deutlich höhere Sicherheitsabstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung als in Deutschland gelten.“ Die Wahrnehmungsschwelle von Infraschall als untere Grenze des Gesundheitsschutzes anzunehmen, sei heute nicht mehr akzeptabel, so Ensch-Engel. Infraschall habe andere Schallausbreitungseigenschaften als Hörschall. „Mit zunehmender Höhe breiten sich die Schallwellen ungehindert durch Hindernisse kugelförmig aus. Auch aus der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lässt sich ein höherer Mindestabstand zu Wohnhäusern ableiten.“ Ensch-Engel weiter: „Die lapidare Behauptung der Landesregierung, sie sei an die Rechtslage in Deutschland gebunden, überzeugt überhaupt nicht, da sie selbst durchaus die Möglichkeit hätte, zur Erhöhung der Mindestabstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung politisch aktiv zu werden. Entsprechende Initiativen der Linksfraktion im saarländischen Landtag in den vergangenen Monaten wurden von der großen Koalition aber stets zurückgewiesen.“ Besonders überrascht zeigt sich Ensch-Engel auch über die Reaktion der Grünen anlässlich der heutigen Ausschusssitzung. „Die Grünen haben im Bereich der Windenergie nicht nur den Natur- und Artenschutz über Bord geworfen, sondern scheinen jetzt auch den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger zu ignorieren.“