30. Mai 2014

Astrid Schramm: Zu erwartende Erhöhung des Pflegepersonals in saarländischen Heimen nicht ausreichend

Zu dem neuen saarländischen Rahmenvertrag zwischen Heimträgern, Kassen und Kreisen erklärt Astrid Schramm, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im saarländischen Landtag: „Endlich wurde erkannt, dass die Qualität der Pflege in Krankenhäusern und Heimen auf Grund von Personalmangel leidet. Daher ist die Erhöhung der Pflegestellen im Saarland um rund 350 in den nächsten zweieinhalb Jahren ein erster Schritt in die richtige Richtung.“ Vor dem Hintergrund, dass bis zum Jahr 2030 voraussichtlich 5000 Fachkräfte im Bereich der Pflege im Saarland fehlen werden, seien zehn Prozent mehr Personal in saarländischen Heimen aber nicht ausreichend. Zudem kritisiert Schramm, dass laut Sozialminister Storm die zusätzlichen Betreuer in den Pflegeheimen im Saarland keine eigentlichen Pflegeaufgaben übernehmen, sondern einzig „menschliche Zuwendung“ geben sollen. Schramm dazu: „Die Personalausstattung in vielen Heimen im Saarland entspricht nach wie vor nicht dem tatsächlichen Bedarf. Wir brauchen in der Pflege ausreichend gut qualifiziertes und gut bezahltes Personal. Eine angemessene qualitativ gute Pflege wird erst dann gewährleistet sein, wenn der Pflegeberuf attraktiver wird.“ Dazu gehöre die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bessere Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen sowie ständige Fortbildungsmöglichkeiten. „Da sich die Anforderungen an die Pflegeberufe verändert haben, verändern sich auch die Anforderungen an die Pflegekräfte. Es reicht nicht aus, durch die Ausbildungsplatzumlage die Anzahl der Auszubildenden im Pflegebereich zu erhöhen Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir examinierte Altenpfleger ausbilden“, so Schramm. DIE LINKE fordert die Landesregierung auf, sich für eine gesetzliche Personalbemessung einzusetzen. „Zusätzlich brauchen wir eine Bundesratsinitiative, um die Pflegeberufe attraktiver zu machen. DIE LINKE fordert zudem, die Leistungen der Pflegeversicherung deutlich anzuheben und jährlich anzupassen. Und wir brauchen keine Teil-Kasko-Versicherung, sondern eine solidarische Bürgerversicherung zur Qualitätsverbesserung in Gesundheit und Pflege, zur umfassenden Abdeckung des Pflegerisikos und nachhaltigen finanziellen Entlastung für die Pflegebedürftigen Menschen in den Pflegeheimen“, so Schramm abschließend.