26. November 2014

Barbara Spaniol: Kritik an Mini-Quote ist peinlich – Gleichstellung auf allen Ebenen durchsetzen

Die frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, Barbara Spaniol, weist die Kritik der saarländischen IHK an der Frauenquote zurück: „Dass überhaupt endlich eine gesetzliche Quotenregelung kommt, ist ein Fortschritt. Allerdings ist der Fortschritt auch in diesem Falle wieder einmal eine Schnecke. Ein Mini-Quötchen, das gerade einmal die gut 100 größten Unternehmen in Deutschland betrifft und auch dort nicht etwa im Vorstand oder im oberen Management der Firma einen 30 Prozent-Frauenanteil fordert, sondern lediglich im Aufsichtsrat. Das ist nicht ausreichend und das ist ganz sicher keine Bedrohung für die Wirtschaft in Deutschland und im Saarland.“

Frauen seien in den Führungszirkeln der privaten Wirtschaft weiter deutlich unterrepräsentiert, dagegen im Niedriglohnbereich umso stärker vertreten. Das habe nichts mit unternehmerischer Freiheit aber viel mit Ungerechtigkeit zu tun. „Die Gleichstellung in der Privatwirtschaft kommt auf freiwilliger Basis nicht voran, darum ist eine feste Quote unverzichtbar. Unternehmen, die Frauen in Bezahlung, Aufstieg oder Verantwortung benachteiligen, müssen zur Einführung von Gleichstellungsmaßnamen wohl leider gezwungen werden.“

Nötig sei auch eine gezielte Gleichstellungspolitik überall dort, wo das Land direkten Einfluss hat. „Die angekündigte Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes ist längst überfällig. Nach wie vor sind Frauen im saarländischen Landesdienst in den Führungsetagen deutlich unterrepräsentiert. Ziel der Förderung von Frauen bedeutet aber konsequente Einstellung, Höhergruppierung und Beförderung von Frauen in allen Funktionsebenen. Hier hat die Landesregierung großen Nachholbedarf“, so Spaniol. Dabei gelte es, die Dienststellen mit festen Zielvorgaben zu einer gleichstellungsorientierten Personalentwicklungsplanung zu verpflichten.