25. November 2014

Barbara Spaniol: Unwürdiges Gezerre um die Frauenquote

Als unwürdig und peinlich bezeichnet die frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, Barbara Spaniol, den Streit in der „Großen Koalition“ auf Bundesebene über eine gesetzliche Frauenquote. „Wenn der Fraktionsvorsitzende der Union die Familienministerin als ‚weinerlich‘ beschimpft, weil diese sich für ein zögerliches 30-Prozent-Frauen-Quötchen einsetzt, zeigt das nur, was Herr Kauder für ein steinzeitliches Bild von Frauen hat. Frau ist nicht weinerlich, nur wenn sie sich für etwas engagiert. Und offensichtlich fühlt sich Herr Kauder schon von einer solchen zaghaften Regelung bedroht. Was wird dann erst passieren, wenn man die Gleichberechtigung in den Führungsetagen wirklich vorantreibt mit einer festgeschriebenen 50-Prozent-Quote? Frauen sind in den Führungszirkeln der privaten Wirtschaft bislang deutlich unterrepräsentiert, dagegen im Niedriglohnbereich überdurchschnittlich vertreten. Das muss endlich ein Ende haben. Und da die Gleichstellung in der Privatwirtschaft auf freiwilliger Basis nicht vorankommt, muss eine feste Quote her. Auch wenn das Männern wie Herrn Kauder nicht gefällt. Aus der 40-Prozent-Frauen-Quote in Aufsichtsräten, die die SPD in ihrem Wahlprogramm versprochen hatte, ist im Koalitionsvertrag mit der Union schließlich schon eine bescheidenere 30-Prozent-Quote geworden. Aber wenigstens diese muss endlich einmal Realität werden.“