26. September 2014

Astrid Schramm: Klinik-Kontrollen durch Medizinischen Dienst der Krankenkassen lösen für Patienten keine Probleme

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag kritisiert die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Gröhe, künftig den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zu unangemeldeten Kontrollen in die Krankenhäuser zu schicken. Die gesundheitspolitische Sprecherin Astrid Schramm erklärt: „Niemand kann etwas dagegen haben, dass die Qualität in den Krankenhäusern im Sinne der Patienten überprüft wird. Aber tatsächlich geht es hier gar nicht um die Qualität der Behandlung und Pflege, sonst würde die Bundesregierung völlig unabhängige Kontrollen durchsetzen. Der MDK ist bekanntlich alles andere als unabhängig von den Krankenkassen, viele Spitzenämter sind mit ehemaligen Mitarbeitern der gesetzlichen  Kassen besetzt. Und die Kassen wollen die Krankenhäuser noch knapper halten. Aus ökonomischen Gründen wollen sie viele Leistungen nicht bezahlen und bemängeln die aus ihrer Sicht zu langen Liegezeiten. Medizinische Erwägungen prallen dann auf ökonomische Forderungen und das Wohl des Patienten droht in den Hintergrund zu geraten. Ausgerechnet die Kassen zu Kontrolleuren zu machen und damit vorrangig Kosteninteressen zu stärken, würde die Qualität der Krankenhaus-Behandlung sicher nicht steigern. Auch finanziell würde dies kaum etwas bringen, denn solche Kontrollen und Sanktionen bedeuten mehr Bürokratie. Dafür müsste Geld ausgegeben werden, was besser zur Versorgung der Patienten verwendet würde. Wir brauchen vielmehr ein Abrechnungssystem, das die Krankenhausleistungen bedarfsgerecht finanziert, deutlich einfacher ist als das jetzige und das zu weniger Wettbewerb unter den Krankenhäusern führt.“