29. September 2014

Oskar Lafontaine: Beispiellose Kulturlosigkeit

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag wirft der Landesregierung vor, beim Genehmigungsverfahren für die geplanten Windkraftanlagen im Saargau kulturelle Aspekte unter den Tisch fallen gelassen zu haben. So haben es offenbar weder das Landesumweltamt noch Vertreter der betroffenen Kommunen Merzig, Perl, Mettlach und Rehlingen-Siersburg für nötig befunden, in ihren Stellungnahmen an die französischen Behörden die Skulpturenstraße „Steine an der Grenze“ auch nur zu erwähnen. Dies geht aus einem Schreiben des Präfekten des Departement Moselle an Oskar Lafontaine hervor. Demnach haben die deutschen Behörden „keine Bemerkung in Bezug auf die Steine an der Grenze formuliert“. Dazu erklärt Oskar Lafontaine: „Dieses Vorgehen zeugt von einer beispiellosen Kulturlosigkeit. Selbst wenn sie den Bau eines solchen Windparks befürworten mögen, dürfen Landesregierung und Kommunalpolitiker die Auswirkungen auf dieses einzigartige grenzüberschreitende Kulturprojekt nicht einfach in den Wind schlagen. Wer diese Skulpturenstraße mit 13 Windrädern regelrecht zubaut, der hat keinerlei ästhetisches oder kulturelles Empfinden. Die Kulturlandschaft kommt unter die Räder, und die gewählten Vertreter von Land und Kommunen erwähnen das mit keinem Wort.“