19. April 2015

Astrid Schramm: Pflegeversicherung besser finanzieren

Vor dem Hintergrund, dass die Kosten für Pflegeheime im Saarland im bundesweiten Vergleich mit am höchsten sind – nur in Nordrhein-Westfalen sind sie teurer - , erklärt Astrid Schramm, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag: „Obwohl die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung Anfang des Jahres um vier Prozent erhöht wurden, müssen Betroffene und ihre Angehörigen immer noch häufig auf ihr Einkommen oder Vermögen zurückgreifen, um die Kosten in Pflegeeinrichtungen zu begleichen. Dies ist aber Menschen mit geringem Einkommen oft nicht möglich Die Pflegeversicherung ist aber eigentlich eingeführt worden, um den individuellen Pflegebedarf von allen Menschen voll abzudecken. Sie hat zwar bis heute die Situation von pflegebedürftigen Menschen verbessert, aber immer noch erhalten diese Menschen nur einen Zuschuss zu den eigentlichen Pflegekosten. Zudem sind die monatlichen Durchschnittskosten der saarländischen Heime seit 2013 zwischen 135 und 209 Euro gestiegen.“ Es sei nicht hinnehmbar, dass auf der einen Seite die Heimkosten stetig steigen, auf der anderen Seite aber die Leistungspauschalen der Pflegeversicherung dieser Entwicklung nicht angepasst werden, so Schramm. Zudem sei es notwendig, den Pflegeberuf attraktiver zu machen, besser zu bezahlen und Angehörige durch professionelle Pflegekräfte zu entlasten. Schramm weiter: „Die Pflegeversicherung muss dringend besser finanziert werden, eine stärkere Erhöhung der Leistungspauschalen ist notwendig und muss jährlich angepasst werden. Wir brauchen zudem keine Teilkasko-Versicherung, sondern eine solidarische Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, und die das Pflegerisiko umfassend finanziell abdeckt. Alle pflegebedürftigen Menschen haben ein Anrecht auf voll umfängliche Pflege, unabhängig von ihrer sozialen Situation.“