20. April 2015

Prof. Heinz Bierbaum: Saarland braucht landesweites Bäder- und ÖPNV-Konzept

Nachdem das Junkernheinrich-Gutachten in der Endfassung dem Saarland eine zu hohe Dichte an Schwimmbädern attestiert, erneuert die Linksfraktion im Saarländischen Landtag ihre Forderung nach einem landesweiten Bäderkonzept. Dies müsse mit einem landesweiten Konzept für einen Ausbau des ÖPNV verbunden werden. Der wirtschaftspolitische Sprecher Prof. Heinz Bierbaum erklärt: „Die statistische Zahl von 15 000 Einwohner je Bad sagt angesichts der Struktur unseres Landes relativ wenig aus. Wir haben bekanntlich einen Ballungsraum mit der Großstadt Saarbrücken und Völklingen und ansonsten kleinere Städte und ländliche Strukturen - und einen sehr ausbaufähigen Öffentlichen Nahverkehr im Land. Was nutzt es jemandem, der in einem kleineren Dorf wohnt, wenn man das letzte Schwimmbad in seiner Nähe dicht macht, weil statistisch gesehen das Saarland mehr Bäder hat, als andere Länder? Wichtig ist, dass jeder Saarländer in seiner Nähe ein Schwimmbad zu bezahlbaren Preisen hat. Das geht aber natürlich nicht, wenn nun eine Gemeinde nach der anderen aus Kostengründen Bäder schließt. Deshalb braucht es eine landesweite Planung. Und damit Bäder auch über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinaus erreichbar sind, müssen Busse und Bahnen besser aufeinander abgestimmt werden und deutlich öfter fahren. Zudem muss das Tarifsystem überarbeitet werden. Das Saarland ist so groß wie Berlin und hat weniger Einwohner als die Stadt Köln, von daher sollte es keine unlösbare Aufgabe sein, das Bäderangebot und den ÖPNV saarlandweit zu koordinieren.“