20. April 2015

Prof. Heinz Bierbaum: Selbstverwaltete Strukturen in Nord-Syrien unterstützen, nicht zerstören - Sparkasse Saarbrücken darf Spendenkonto nicht kündigen

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert die Sparkasse Saarbrücken auf, das Spendenkonto des Vereins „Solidarität mit Rojava“ nicht wie geplant zum 31. Mai zu kündigen. Der parlamentarische Geschäftsführer Prof. Heinz Bierbaum, der auch Mitglied des Bundesvorstands und Vorsitzender der Internationalen Kommission der Partei DIE LINKE ist, erklärt: „Seit der Aufstand gegen das Assad-Regime vor vier Jahren begonnen hat, haben die Menschen im Norden Syriens selbstverwaltete Strukturen aufgebaut und ein beeindruckendes gleichberechtigtes Miteinander von Religionen, Ethnien und Geschlechtern verwirklicht. Für ihr Recht auf Selbstbestimmung müssen diese Menschen kämpfen, auch gegen Angriffe des IS. Es wäre verlogen, einerseits Solidarität mit Kobane zu propagieren, andererseits aber das Spendenkonto für die Menschen in dieser Region zu kündigen. Es ist der richtige Ansatz, dass die Menschen in Rojava selbst entscheiden, was mit den Spendengeldern passiert, denn sie wissen am besten, was wo benötigt wird. Wenn die Sparkasse erklärt, sie wisse nicht, ob mit dem Geld Waffen gekauft werden, ist dies bemerkenswert. Dieselbe Sparkasse scheut sich nicht, Aktien und andere Produkte von Firmen zu handeln, die mit dem Verkauf von Waffen viel Geld verdienen. Uns ist kein Beschluss der Saarbrücker Sparkasse bekannt, auf Gewinne durch Waffenverkäufe zu verzichten und nicht mehr mit entsprechenden Produkten zu handeln. Rojava soll leben! Die Menschen in dieser Region brauchen nicht unsere guten Worte sondern praktische Unterstützung. Diese darf nicht von der Sparkasse Saarbrücken unterbunden werden.“