11. Februar 2015

Ralf Georgi: Stigmatisierung von bestimmten Hunderassen nicht zielführend

Anlässlich der Debatte über die kürzlich veröffentlichte saarländische Beiß-Statistik und die Hunde-Rasseliste in der heutigen Landtagssitzung erklärt Ralf Georgi, tierschutzpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Saarländischen Landtag: „Die Argumentation der Regierungsparteien, eine Abschaffung der Liste, die bestimmte Rassen als Kampfhunde führt, führe zu einem Anstieg von Beißattacken, ist für mich nicht nachvollziehbar. Dass vielmehr von einer solchen Liste nicht mehr Sicherheit ausgeht, zeigen alle empirischen Belege aus den Bundesländern, die eine Rasseliste eingeführt haben.“ Hier würden bestimmte Rassen von vornherein als Kampfhunde stigmatisiert. Georgi weiter: „Wenn es denn sicher wäre, dass die Stigmatisierung bestimmter Hunderassen die Bevölkerung vor Beiß-Angriffen tatsächlich schützt, dann wäre diese im Dienste der guten Sache noch hinzunehmen. Aber hier genau versagt die Beiß-Statistik, sie ist in der erhobenen Form sinnlos und sachlich nicht gerechtfertigt, da ihr eine relative Bezugsgröße fehlt. Denn erst wenn man auch weiß, wie viele Hunde einer jeden Rasse pro 100 oder 1000 Einwohner im Saarland gehalten werden, ist feststellbar, von welchen Rassen eine erhöhte Gefahr für Menschen ausgehen kann.“ Zudem sei für das Verhalten eines Hundes der Halter verantwortlich, nicht die Zugehörigkeit der Hunderasse. Der größtmögliche Schutz der Bevölkerung vor aggressiven Hunden sei sicher notwendig, so Georgi weiter, daher greife es zu kurz, einfach nur die Rasseliste abzuschaffen. Zusätzlich sei ein Hundeführerschein für alle Hundehalter notwendig, zudem eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Haftpflichtversicherungspflicht. So könne die stigmatisierende Rasseliste abgeschafft und gleichzeitig der Schutz der Menschen vor Beißattacken erhöht werden. „Hier besteht noch einiger Diskussionsbedarf, daher ist die Ablehnung der großen Koalition, den Antrag der Piraten zur Abschaffung der Rasseliste in ihrer derzeitigen Form zur weiteren Diskussion in den zuständigen Ausschuss zu verweisen, unverständlich“, so Georgi abschließend.