28. Januar 2015

Alternativ-Standorte für HTW: Landesregierung setzt Zukunft des Architektur-Studiums auf Spiel

Die Linke-, Grünen- und Piraten-Landtagsfraktionen werfen der Landesregierung vor, noch immer keine tragfähige Übergangslösung für die Unterbringung der Studierenden und Mitarbeiter des Fachbereichs Architektur der HTW gefunden zu haben. Wie in der heutigen Sitzung des Wissenschaftsausschusses bekannt wurde, stehen als Alternativen nur noch der Campus Göttelborn und der IT-Park der Software AG zur Diskussion. Das von der Fachschaft Architektur bisher favorisierte Siemens-Gebäude wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die zuständige Immobiliengesellschaft lediglich an einer Dauerlösung interessiert gewesen sei. Im Übrigen sei das Gebäude von der Größe her überdimensioniert. Die Fachschaft Architektur hat größte Bedenken gegenüber dem Standort Göttelborn, da dieser weder von den Räumlichkeiten geeignet ist, noch infrastrukturell ausreichend an den ÖPNV angebunden ist. Zudem äußern die Studierenden die Befürchtung, dass der Standort nicht rechtzeitig zu Beginn des Wintersemesters genutzt werden kann, da bis dahin die notwendigen Umbauarbeiten voraussichtlich nicht abgeschlossen sein werden. Vor diesem Hintergrund kritisieren die bildungspolitischen Sprecher der Oppositionsfraktionen, Barbara Spaniol, Klaus Kessler und Jasmin Maurer, dass CDU und SPD mit ihrer Mehrheit sich bei der heutigen Ausschusssitzung trotz des großen Interesses der Studierenden geweigert haben, öffentlich zu tagen.


„Der Landesregierung fehlt ganz offensichtlich ein tragfähiges, nachhaltiges Konzept für den Hochschulstandort Saarland“, kritisiert Barbara Spaniol, die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. „Eine dauerhafte Lösung kann es nur in einem Gesamtkonzept in der Landeshauptstadt Saarbrücken geben. Deshalb muss das neue HTW-Hochhaus zum Wintersemester nutzbar sein, dafür muss die Regierung nun die Voraussetzungen schaffen, damit einerseits die Brandschutz-Auflagen erfüllt und ein Lehr-Betrieb in diesem neuen Gebäude aufgenommen werden kann.“ „Die Landesregierung setzt die Attraktivität des Architektur-Studiums an der HTW durch eine Zersplitterung der Hochschulstandorte aufs Spiel. Werden die Rahmenbedingungen zunehmend verschlechtert, überlegen es sich zukünftige Studierende sicherlich zwei Mal, ob sie überhaupt noch an der HTW Architektur studieren wollen. Ein Verlust von Studierenden wäre für die Zukunft des Landes fatal“, kritisiert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler. „Die Konzentration der HTW auf wenige Standorte innerhalb der Landeshauptstadt sehe ich als notwendig an. Eine Zersplitterung ist im Sinne eines studentischen Austauschs nicht wünschenswert. Interdisziplinarität und Kooperationen zwischen den Fachbereichen werden in Zukunft immer wichtiger werden. Deswegen fordern wir eine campusähnliche Lösung“, so Jasmin Maurer, hochschulpolitische Sprecherin der Piraten-Landtagsfraktion.