29. Januar 2015

Astrid Schramm: Armut und Entgrenzung der Arbeitszeit machen krank

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag sieht in der steigenden Zahl von Menschen, die unter Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen leiden, einen Beleg dafür, dass die Entgrenzung der Arbeitszeit und ständig wachsender Druck auf Beschäftigte krank machen. Die gesundheitspolitische Sprecherin Astrid Schramm erklärt: „Wenn laut ‚Depressionsatlas‘ der Techniker Krankenkasse (TK) im Schnitt jeder Saarländer 1,1 Tage depressionsbedingt krankgeschrieben ist, dann ist das ein Warnsignal, das man ernst nehmen muss.“ Schramm erinnert daran, dass im Saarland auch die Zahl der Erwerbstätigen, die auf Grund berufsbedingter Erschöpfung krankgeschrieben werden, seit 20 Jahren kontinuierlich ansteigt. „Regelmäßige Überstunden, ständige Erreichbarkeit, Arbeiten an Sonn- und Feiertage, weniger Freizeit, schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf – all das bleibt nicht ohne Folgen. Und auch bei Nicht-Erwerbstätigen steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen, nur dass von Versicherungen hier keine Krankentage gemessen werden. Aber Armut und das Gefühl von Ausgrenzung stellen eine spürbare psychische Belastung dar – das trifft auch Alte, Langzeitarbeitslose und Leiharbeiter etwa. Deshalb brauchen wir Anti-Stress-Verordnung für Betriebe und müssen über kürzere Arbeitszeiten nachdenken. Und wir müssen Arbeitslosigkeit und Armut noch entschiedener bekämpfen. Denn Programme gegen Armut und Ausgrenzung sind die besten Gesundheitsprogramme.“