30. Januar 2015

Oskar Lafontaine: Geschäftspolitik von Whitesell ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft

Zur Insolvenz der Beckinger Schraubenwerke erklärt Oskar Lafontaine: „Die Geschäftspolitik der US-Firma Whitesell ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Die Arbeitnehmer sind von den Heuschrecken schon einiges gewohnt, aber das, was Whitesell sich in Beckingen geleistet hat, ist nur noch kriminell zu nennen. Alle Unternehmenswerte – Gebäude, Maschinen, Patente und Lizenzen – nach Luxemburg auszulagern, um sie zu verhökern, ist unerhört. Der wiederholte Hinweis, das kriminelle Vorgehen Whitesells sei legal, kann nur dazu führen, dass Gesetze, die dies zulassen, geändert werden. Landesregierung und IG Metall dürfen jetzt nicht wieder blauäugig auf einen vielversprechenden Investor setzen, ohne entsprechende Sicherungen einzubauen. Die Eigentümerstruktur der Gesellschaft muss sicherstellen, dass wesentliche Unternehmensentscheidungen nicht mehr gegen die Belegschaft getroffen werden können. Dafür wäre eine Beteiligung der Beschäftigten von 25,1 Prozent ein gangbarer Weg.“

Dazu eine Stimme aus der Belegschaft: „Gewinne, Immobilien, Grundstücke, Maschinen, Lizenzen und Patente, alles kassiert. Zurück in Deutschland bleiben 1300 verzweifelte Familien. Er hat sich an uns bereichert und das ganz legal. Dank unserer Gesetzgebung fallen Heuschrecken in Europa ein, fressen alles kahl und verschwinden wieder. Hier muss Einhalt geboten werden.“