29. Juni 2015

Barbara Spaniol: Förderung von Kultur ist öffentliche Aufgabe - Land darf sich nicht auf Marketingmaßnahmen privater Unternehmen verlassen

Nachdem sich der Pharmaunternehmer Kohl weitgehend aus dem Kultursponsoring zurückgezogen hat, fordert die Linksfraktion im Saarländischen Landtag erneut eine Aufstockung der Landesmittel für Kultur. Die Abgeordnete Barbara Spaniol, erklärt: „Die Existenz der Kultur-Veranstaltungen im Saarland, insbesondere in den Kernbereichen, darf nicht an Sponsoren hängen. Sponsoring ist kein Ersatz für öffentliche Förderung. Das Land muss sicherstellen, dass der Ausstieg eines Unternehmens aus dem Sponsoring nicht zu einem Ausverkauf der saarländischen Kulturszene führt. Wir sehen ja am Beispiel des Pharma-Unternehmers Kohl, welche Ausfälle entstehen, wenn ein einzelner Sponsor abspringt. Damit kommen auch niedrigschwellige Angebote auf den Prüfstand und das kann nicht Ziel einer Kulturpolitik für alle sein. Es wäre sinnvoller, das Land könnte durch eine ordentliche Einnahmestruktur der öffentlichen Haushalte ausreichend Geld für die Kultur bereitstellen, als auf die Unterstützung privater Sponsoren hoffen zu müssen. Die Förderung von Kultur ist eine öffentliche Aufgabe, keine Marketingmaßnahme privater Unternehmen. Aber wohin diese Landesregierung kulturpolitisch will, wo sie Stärken sieht, welche Bereiche sie weiter ausbauen will – all das ist nicht erkennbar. Wir fordern daher einen zukunftsfähigen Kultur-Entwicklungsplan 2020 für unser Land.“