30. Juni 2015

Barbara Spaniol: Wie wird Qualität des Essens an Schulen, Kitas und Pflegeheimen kontrolliert? – Linksfraktion stellt Anfrage

Wie wird das Essen an Schulen, Kindertagesstätten und Pflegeheimen im Saarland sowie in Großküchen, die diese beliefern, kontrolliert?  Wurden dabei in den letzten Jahren Verstöße gegen Hygienevorschriften festgestellt? Gab es außerhalb von Kontrollen Beschwerden und Beanstandungen? Das will die Linksfraktion im Saarländischen Landtag wissen, daher hat die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol nun eine entsprechende Anfrage an die Landesregierung gestellt. Der Journalist Günther Wallraff hatte in der Fernsehsendung „Team Wallraff“ erschreckende Zustände in den Großküchen einiger Caterer aufgedeckt, die ihr Essen an Schulen und Kitas liefern. So wurde Hackfleisch, dessen Haltbarkeitsdatum seit neun Monaten abgelaufen war, zu einem Chili con Carne verarbeitet. Die Recherchen des Teams brachten auch zu Tage, dass ein lebhafter Handel mit beinahe abgelaufener Ware betrieben wird. Dazu Spaniol: „Keiner der in der Sendung aufgedeckten Fälle hat sich im Saarland zugetragen. Es gibt keinen konkreten Verdacht und nicht solche Riesen-Küchen wie in anderen Bundesländern. Wir hoffen natürlich, dass hier alles in Ordnung ist und wollen die saarländischen Küchen nicht schlechtreden. Wir wollen aber wissen, ob im Sinne der Kinder und  Senioren die Qualität auch regelmäßig kontrolliert wird. Denn auch hier gilt ja das grundsätzliche Problem, das hinter diesen Fällen steht: Der harte Wettbewerb auf dem Cateringmarkt erzeugt einen enormen Kostendruck, dem viele Großküchen leider mit dem Ankauf minderwertiger Ware begegnen. Das Saarland hat mittlerweile zwar Qualitätsstandards vereinbart, was wir auch sehr begrüßen. Aber das nutzt natürlich nur wenig, wenn die Einhaltung dieser Standards nicht, selten oder nur nach vorheriger Ankündigung kontrolliert wird. Bei keinem in der Sendung erwähnten Fall haben Kontrollen der Gesundheitsämter oder anderer öffentlicher Einrichtungen die offensichtlichen Qualitätsmängel aufgedeckt. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Kinder oder pflegebedürftige Senioren mit minderwertigem und unter Umständen gesundheitsgefährdendem Essen abgespeist werden. Gesunde, ausgewogene und kindgerechte Ernährung, möglichst aus der Region, muss in Kitas und Schulen im Mittelpunkt stehen, nicht der billigste Anbieter.“