26. Juni 2015

Prof. Heinz Bierbaum: Normal- und Geringverdiener brauchen Lohnzuwächse und steuerliche Entlastungen

Zur aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung, die zu dem Schluss kommt, dass vor allem die Einkommen der Gutverdiener bis 2020 spürbar steigen werden und sich die Schere bei den Löhnen in den nächsten Jahren noch einmal öffnen wird, erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, Prof. Heinz Bierbaum: „Lohnerhöhungen werden immer noch in Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt. Daher ist bei solchen Voraussagen Vorsicht geboten. Es kann auch nicht darum gehen, Gutverdienern die Lohnzuwächse zu neiden. Vielmehr müssen auch Normal- und Geringverdiener endlich besser gestellt werden, durch deutliche Lohnerhöhungen und steuerliche Entlastungen. Die Reallöhne der Arbeitnehmer sind als Folge der Agenda 2010 jahrelang gesunken, weil die gewerkschaftliche Kampfkraft und die Fähigkeit zur Tarifbindung massiv beschnitten wurden. Deutschland hat mit den größten Niedriglohnsektor Europas. Es besteht hier also erheblicher Nachholbedarf, daher ist ein Umsteuern dringend nötig. Wir brauchen in Deutschland außerdem ein Verbot der Leiharbeit und des Missbrauchs von Werkverträgen, einen wirklich armutsfesten gesetzlichen Mindestlohn ohne Ausnahmen sowie ein Ende des Absinkens des Rentenniveaus. Niedriglöhne sind Gift für Arbeitnehmer und die Wirtschaft.“