31. März 2015

Barbara Spaniol: Späteren Unterrichtsbeginn an saarländischen Schulen prüfen

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert, den frühen Unterrichtsbeginn an saarländischen Schulen auf den Prüfstand zu stellen. Die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol erklärt: „Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass für etwa 60 Prozent der Deutschen der übliche Arbeitsbeginn zu früh liegt, sie sich lebenslang nicht an das für sie zu frühe Aufstehen gewöhnen können und sie daher regelmäßig zu wenig schlafen. Das ist für Erwachsene schon ein Problem, für Kinder und Heranwachsende aber noch gravierender. Ausreichend Schlaf ist die Voraussetzung für volle Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.“ Spaniol verweist auf Untersuchungen der Universität Regensburg, die belegen, dass die meisten Schulkinder um acht Uhr morgens gerade mal so leistungsfähig sind wie um Mitternacht. „Vor allem ist Schlafmangel aber ungesund und sollte daher nicht zum Normalzustand werden. Studien aus den USA und Deutschland haben gezeigt, dass Schüler, die nur eine halbe Stunde mehr schlafen, spürbar motivierter sind und bessere Leistungen erbringen.“  Auch der Bildungsforscher Manfred Prenzel von der TU München, der auch Leiter der deutschen Pisa-Studie ist, hält einen Unterrichtsbeginn ab 8.30 Uhr oder 9 Uhr für sinnvoll  - „unter diesen beiden Voraussetzungen: Ganztagsbetrieb für alle und eine anständige Betreuung der Kinder und Jugendlichen ab spätestens 7.30 Uhr in der Schule". Spaniol dazu: „Früher Beginn der Ganztagsbetreuung und späterer Unterrichtsbeginn  - das würde vielen helfen und auch Eltern, die selbst einen frühen Arbeitsbeginn haben, gerecht werden. Wir sollten auch im Saarland diese Diskussion führen und ernsthaft prüfen, welcher Unterrichtsbeginn für die Schülerinnen und Schüler der Beste wäre.“ Auf Antrag der Linksfraktion wird die Landesregierung bei der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses über das Thema berichten.