27. März 2015

Dagmar Ensch-Engel: DIE LINKE begrüßt Stellungnahme von Sportwissenschaftler Hottenrott zur Schwimmbadsituation

Wie einem Interview mit dem Präsidenten der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Kuno Hottenrott, zu entnehmen ist, spricht dieser sich gegen eine Schließung von Schwimmbädern im Saarland aus und verweist darauf, dass Bäder attraktiver werden müssen, um zu überleben. Hierzu erklärt Dagmar Ensch-Engel, sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag: „Herr Hottenrott betont insbesondere die große Bedeutung des Schwimmens in unserer Gesellschaft. Hier sehen wir uns erneut bestätigt, wie wichtig es ist, unsere öffentlichen Schwimmbäder zu sichern. Viele Badeunfälle passieren, weil Kinder nicht mehr richtig schwimmen können. Auch einkommensschwache Familien und ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung, die weniger mobil sind, haben das Recht auf Schwimmen, bezahlbar und insbesondere in Wohnortnähe. Für viele ältere Menschen ist der morgendliche Besuch im heimischen Freibad ein wichtiger Bestandteil ihres Tagesablaufes und die einzige Möglichkeit, sich bei Aquajogging oder Wassergymnastik schmerzfrei zu bewegen. Regelmäßige Bewegung ist zudem sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene und Seniorinnen und Senioren wichtig, daher sind gute öffentliche Schwimmbäder nicht nur für Vereine und Schulklassen, sondern für einen großen Teil der Bevölkerung unverzichtbar. Schwimmen gehört zu den drei Grundsportarten und ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Sportkultur. Deshalb brauchen wir statt wahlloser Schwimmbadschließungen eine wohnort- und schulstandortnahe Bäderstruktur, eng mit Kommunen, Schwimmvereinen und -trainern abgestimmt, mit geeigneten Sportbecken, die für jedes Alter, für Schule, Verein und für die Öffentlichkeit eine Schwimmmöglichkeit anbieten.“ Der Vergleich mit der Großstadt Berlin im Hinblick auf eine ausreichende Anzahl von Bädern, wie im Junkernheinrich-Gutachten gestellt, sei außerdem sehr problematisch. Ensch-Engel: „Berlin verfügt neben den öffentlichen Badeanstalten über zahlreiche private Bäder, zudem sind im Umkreis der Stadt viele Badeseen vorhanden und es bestehen daher viele Wassersportmöglichkeiten. Darüber hinaus verfügt die Bundeshauptstadt über ein sehr gutes ÖPNV-Netz, so dass die Bäder von allen Bürgerinnen und Bürgern zeitnah zu erreichen sind.“ DIE LINKE fordere das Land auf, den Städten und Gemeinden, die Bäder betreiben, die finanziellen Spielräume zu schaffen, damit sie ihre Bäder attraktiver gestalten und ihren kommunalen Pflichtaufgaben, wie zum Beispiel der Sicherstellung von Schulschwimmunterricht, nachkommen könnten. „Wir erachten daher ein Bäderkonzept für das Saarland als sinnvoll, um in diesem Zusammenhang die Bäder-Nutzung und folglich den tatsächlichen Bedarf festzustellen. So wäre es vorstellbar durch einen Finanzierungsplan, wie es ihn vor Jahren für Sporthallen gab, Schwimmbäder zu erhalten“, so Ensch-Engel abschließend.