29. April 2016

Barbara Spaniol: Ausbau schulischer Ganztagsangebote braucht Investitionsprogramm für den Aus- und Neubau von Küchen und Mensen

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag fordert gute und kostenfreie Verpflegung für alle Kinder und Jugendliche in Ganztagsschulen. Die Landesregierung müsse sich für eine Finanzierung durch den Bund einsetzen, damit die vom Grundgesetz vorgeschriebene „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“ gewahrt wird. Die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol erklärt: „In der Landeshauptstadt Saarbrücken hat DIE LINKE in einer rot-rot-grünen Koalition ein entsprechendes Modellprojekt auf den Weg gebracht, das seit 2011 sehr erfolgreich läuft. Nun nehmen auch Kinder am Schulessen teil, die vorher außen vor bleiben mussten. Die Städte und Gemeinden im Saarland haben aber nicht die Mittel, das Schulessen an allen Schulen für alle Kinder kostenfrei anzubieten, das Land auch nicht. Aber eine gute Schulverpflegung für unsere Schulkinder ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, daher wäre der Bund gefragt. Im Bundestag hat die Linksfraktion 2012 einen entsprechenden Antrag gestellt und die Bundesregierung aufgefordert, mit den Bundesländern einen entsprechenden Vertrag zu schließen und ihnen eine kostendeckende Pauschale von mindestens vier Euro pro Kind und Tag zu zahlen. Gleichzeitig hat sie ein bundesweites Investitionsprogramm für den Aus- und Neubau von Küchen und Mensen vorgeschlagen. Der Antrag wurde von Union, SPD und FDP abgelehnt. Die Forderungen bleiben aber hochaktuell und berechtigt. Es ist sehr erfreulich, dass auch im Saarland immer mehr Kinder und Jugendliche in Ganztagsschulen lernen.  Der Ausbau der Ganztagsangebote muss weitergehen. Gerade weil die Ganztagsschul-Angebote im Saarland immer mehr angenommen werden, brauchen die Schulen möglichst eigene Küchen und Mensen, um frische Schulverpflegung anbieten zu können - im Sinne einer gesunden Ernährung der Schüler. Spätestens seit den Recherchen von Günter Wallraff in der Fernsehsendung ‚Team Wallraff‘ sind die erschreckenden Zustände in den Großküchen einiger Caterer ebenso bekannt wie die Existenz eines lebhaften Handels mit beinahe abgelaufener Ware. Nötig ist daher eine professionelle und möglichst einrichtungsnahe Zubereitung ausgewogener Mahlzeiten durch schuleigene oder kommunale Küchen. Dafür sollte der Bund die Voraussetzungen schaffen.“