26. April 2016

Dagmar Ensch-Engel: 30 Jahre Tschernobyl - DIE LINKE fordert beherztes Handeln

Am 26. April 1986 ereignete sich in Tschernobyl eine verheerende Nuklearkatastrophe, deren Folgen noch heute spürbar sind. Anlässlich des 30. Jahrestages erinnert DIE LINKE im Saarländischen Landtag an die Risiken der zivilen Nutzung der Atomenergie und fordert erneut eine Abschaltung der grenznahen Pannenreaktoren in Frankreich und Belgien. Dagmar Ensch-Engel, umweltpolitische Sprecherin, erklärt: „Im Falle eines Atomunfalles sind alle betroffen, atomare Strahlung kennt keine Grenzen. Deshalb muss im globalen Maßstab ein grundsätzliches Umdenken in Fragen der Energiewirtschaft erfolgen. Es macht daher unbedingt Sinn mit Frankreich, Belgien und Luxemburg ein Konzept zu erarbeiten, dass die technischen und finanziellen Rahmenbedingungen zur Abschaltung der grenznahen AKWs ermöglicht." Wie der „Republicain Lorrain“ in seiner Samstagausgabe berichtete, ist es jedoch beabsichtigt, die Laufzeit von Cattenom von derzeit unakzeptablen 40 Jahren um weitere zehn Jahre auf 50 Jahre zu verlängern. „Dies zeigt erneut, dass die freundlichen Gespräche und die Bitten um Abschaltung nichts gebracht haben“, so Ensch-Engel, „wir sind an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr weitergeht." Aus diesem Grund sei ein Strategiewechsel angebracht: „Wir müssen mit Unterstützung vom Bund und Luxemburg endlich Verhandlungen auf Augenhöhe führen, dazu müssen aber seriöse Ausstiegsmöglichkeiten und die Zusammenarbeit mit den Anrainerstaaten erarbeitet werden." Ein weiteres Jammern und Abwarten sei nicht zielführend, dieses Thema müsse zur Chefsache gemacht werden. Auch die beiden saarländischen Minister Altmaier und Maas seien da nicht ausgenommen, so Ensch-Engel abschließend.