19. Dezember 2016

Dagmar Ensch-Engel: Umweltministerium verharmlost schädliche Auswirkungen von Windkraft-Anlagen im Wald

DIE LINKE im Saarländischen Landtag wirft der Landesregierung vor, die schädlichen Auswirkungen des Zubaus von Windkraft-Anlagen auf den saarländischen Wald zu verharmlosen. Die umweltpolitische Sprecherin Dagmar Ensch-Engel erklärt: „Es ist ein Armutszeugnis, dass das Umweltministerium die Phrasen der Windkraft-Lobby herunterbetet und die Rodung von jahrzehntelang gewachsenem, alten Baumbestand damit entschuldigt, dass durch Aufforstung an anderer Stelle der entstandene Schaden ‚geheilt‘ werden könnte. Das Umweltministerium hat offensichtlich nicht mitbekommen, dass beispielsweise das Bundesamt für Naturschutz vor ‚nicht unerheblicher Flächeninanspruchnahme‘, ‚Landschaftszerschneidung‘ ‚Störung von Brut- und Raststätten sowie Zugbahnen‘ und ‚Beeinträchtigung oder Verlust von essentiellen Habitaten‘ durch den Bau von Windkraft-Anlagen im Wald warnt. Und der Naturschutzbund (Nabu) Brandenburg sagt deutlich: ‚ Sicher ist, dass der bisher geschlossene Wald und seine Funktionen zerstört werden.‘ Für jede einzelne Anlage samt Infrastruktur wie Stromtrassen oder Zufahrtswege, muss Wald gerodet werden. Vorher weitgehend geschlossene Wälder werden dadurch zerstückelt. Es spricht auch für sich, dass der Umweltminister kein Wort über die Auswirkungen auf die Tierwelt verliert. Nur ein geschlossener Wald kann seine Funktionen erfüllen, dazu gehört auch die Grundwasserneubildung. Zerschneidet man die Waldflächen, kann es kein gesundes Waldinnenklima mehr geben. Das Ökosystem Wald, der Lebensraum für viele Tiere und der Erholungsraum für Menschen geht unwiederbringlich verloren. Ich erwarte von einem Umweltminister, dass er sensibler mit diesem Thema umgeht. Windräder im Wald schaden der Natur mehr als sie nutzen. Deshalb plädieren wir nach wie vor für einen generellen Ausschluss von Windparks in Waldgebieten."